• Fonds und ETFs mit höheren Kosten werfen tendenziell niedrigere Nettorenditen für Anleger:innen ab.
  • Kostengünstigere Fonds und ETFs werfen langfristig tendenziell höhere Renditen ab als hochpreisige Anlagelösungen.
  • Berater:innen können ihr Leistungsversprechen einlösen, indem sie auf Kosteneffizienz achten. So bleibt ihren Kund:innen mehr von ihrer Rendite.

 

Die ungewisse Entwicklung der Weltwirtschaft und die hohe Volatilität an den globalen Aktien- und Anleihemärkten können Anleger:innen verunsichern.

Doch Abschwünge, Rezessionen und volatile Märkte sind Teil eines langen Anlegerlebens, und bisher haben die Märkte ihre Verluste noch immer aufgeholt und danach meist neue Höchststände erreicht1. Profitiert haben davon diejenigen Anleger:innen, die in schwierigen Zeiten Geduld bewiesen haben, was sie ihren Zielen letztlich ein Stück näher gebracht hat.

Berater:innen haben keinen Einfluss auf Marktbewegungen, doch sie können kontrollieren, wie viel ihren Kund:innen von der Marktrendite tatsächlich bleibt. Wie? Durch Kostenkontrolle.

Sämtliche Vanguard Untersuchungen ebenso wie unsere Erfahrung deuten darauf hin, dass Kosten den Anlageerfolg maßgeblich beeinflussen – und dass es sich lohnt, auf möglichst niedrige Kosten zu achten.2

Das Nullsummenspiel

Die Theorie des Nullsummenspiels verdeutlicht die Bedeutung der Kosten. Sie besagt, dass sich der Markt zu jeder Zeit aus der Summe der Positionen aller Investoren zusammensetzt und die Rendite des Gesamtmarkts der vermögensgewichteten Rendite aller Marktteilnehmer entspricht.

Jeder Position mit überdurchschnittlicher Rendite muss daher eine andere Position mit entsprechend unterdurchschnittlicher Rendite gegenüberstehen, sodass die Summe aller Mehrerträge null ergibt. Nach der Nullsummentheorie haben aktive Fondsmanager eine Chance von 50%, Mehrrenditen gegenüber dem Markt zu erzielen. Indexfonds streben dagegen nicht mehr als genau dies Marktrendite an.

Das Nullsummenspiel beschreibt jedoch einen theoretischen Markt, in dem keine Kosten anfallen. In der Realität verursachen Fonds und ETFs jedoch Kosten und Gebühren, wodurch Anleger:innen zunächst einmal automatisch hinter der Marktrendite zurückbleiben. Nach Abzug der Kosten sinkt also die Wahrscheinlichkeit, dass aktive Anleger:innen zufällig Mehrrenditen gegenüber Markt erzielen, auf unter 50%. Auch Indexfonds müssen diese Kostenhürde überwinden, um die Marktrendite zu erzielen.

Die nachstehende Abbildung zeigt die Streuung der Mehrrenditen aller Aktienfonds und ETFs, die in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden und Spanien zum Verkauf zugelassen sind.Die Renditeangaben beziehn sich auf den 15-Jahres-Zeitraum bis Ende 2021 abzüglich der anfallenden Gebühren.

Die meisten Fonds und ETFs bleiben hinter der Marktrendite zurück

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Erträge.

Quelle: Berechnungen von Vanguard auf Grundlage von Daten von Morningstar. Hinweise: Die Grafik zeigt die Verteilung der Mehrrenditen von Fonds im Vergleich zu ihrer Benchmark für einen Zeitraum von 15 Jahren bis zum 31. Dezember 2021. Wertentwicklung auf Grundlage des Nettoinventarwerts. Alle Renditen in EUR abzüglich Kosten, vor Steuern, bei Wiederanlage der Erträge. Das Fondsuniversum besteht aus Fonds, die in folgenden Ländern verfügbar sind: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Spanien und Schweden. Die Fonds wurden entsprechend der Beschreibung oben gefiltert.

 

Die Wertentwicklung von Wertpapieren in den Händen von Privatanlegern sind in den Daten der Grafik nicht enthalten. DMarktbild ist daher nicht vollständig, die Botschaft ist dennoch klar: Die meisten der analysierten Fonds konnten in dem Untersuchungszeitraum keine Netto-Mehrrendite erzielen.

Eine Analyse festverzinslicher Fonds und ETFs führt zu ähnlichen Ergebnissen.

Höhere Kosten führen tendenziell zu niedrigeren Nettorenditen

Um die Auswirkungen der Kosten auf die Nettoerträge verständlicher zu machen, haben wir die Mehrrenditen von Managern zahlreicher Fondskategorien über einen Zehn-Jahres-Zeitraum in Relation zu ihren Kostenquoten gesetzt. Wie erwartet, führten höhere Kostenquoten in der Regel zu niedrigeren Mehrrenditen.

Das nachstehende Diagramm veranschaulicht die Analyse am Beispiel europäischer Aktienfonds. Die rote Linie zeigt den durchschnittlichen Trend für passive und aktive Fonds, wobei die annualisierten 10-Jahres-Mehrrenditen auf der y-Achse und die Kostenquoten auf der x-Achse dargestellt werden.

Höhere Kosten = weniger Rendite

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Erträge.

Quelle: Berechnungen von Vanguard auf Grundlage von Daten von Morningstar, Inc. Hinweise: Daten für den Zeitraum vom 4. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2021. Indexfonds sind in Grau und aktive Fonds in Rot dargestellt. Jeder Punkt steht für einen Aktienfonds bzw. -ETF aus der jeweiligen Morningstar Kategorie für Größe, Stil oder Assetklasse. Jeder Fonds wird entsprechend dem Verhältnis seiner Kostenquote (x-Achse) zu seinen jährlichen Mehrrenditen gegenüber der im Prospekt angegebenen Benchmark (y-Achse) über einen Zeitraum von zehn Jahren dargestellt. Die gepunkteten grünen und roten Linien stellen eine lineare Regression bzw. die optimale Trendlinie dar, die die grundsätzliche Beziehung zwischen Kosten und Renditen innerhalb der jeweiligen Assetklasse sowohl für aktive als auch für passive Fonds zeigt. Die Skalierung wurde vereinheitlicht, um den Verlauf der Kurven im gegenseitigen Vergleich darzustellen. Die Kosten reichen von 0% bis 4%, die Renditen von -10% bis 10%. Die Kostenquoten und Renditen mancher Fonds gehen über diese Skalen hinaus und sind daher nicht abgebildet. Wertentwicklung auf Basis des Nettoinventarwerts; Renditen in EUR abzüglich Gebühren.

 

Aus unserer Sicht leitet sich aus der Analyse eine klare Botschaft für Anleger:innen ab: Mit kostengünstigen Fonds erzielen sie tendenziell bessere Ergebnisse als mit hochpreisigen Produkten. Dies gilt sowohl für aktive als auch für passive Strategien.

Wie Berater:innen ihr Leistungsversprechen einlösen können

In vielen Branchen bedeuten höhere Kosten meist bessere Qualität, in der Vermögensanlage trifft dagegen meist das Gegenteil zu: Höhere Kosten schmälern die Erträge, die bei Kund:innen tatsächlich ankommen, und erschweren es den Fondsmanagern, gute Ergebnisse für ihre Kund:innen zu erzielen.

Für aktive wie für passive Fonds gilt: Jeder Basispunkt an Kosten bedeutet einen Basispunkt weniger Nettorendite. Je schwieriger das Marktumfeld ist, desto größer sind die proportionalen Auswirkungen der Kosten auf die Rendite – und desto wichtiger ist es, um jeden Basispunkt zu kämpfen.

Aktuell schwanken die Kurse an den Märkten erheblich, verstärkt durch die wachsende Zins-, Inflations- und Wachstumsunsicherheit. Doch Berater:innen können ihren Kund:innen helfen, das Beste aus ihrem Portfolio herauszuholen, indem sie auf Kosteneffizienz achten. Denn durch niedrige Gebühren bleibt Anleger:innen mehr von ihrer Rendite.

 

1 Quelle: Vanguard Analyse per 31. Dezember 2021 auf Grundlage des MSCI World Index für den Zeitraum vom 1. Januar 1980 bis zum 31. Dezember 1987 sowie des MSCI AC World Index für den verbleibenden Zeitraum. Renditen in USD.

2Quelle: Vanguard. Siehe „Prinzipien für erfolgreiche Vermögensanlage“: ein hypothetisches Beispiel für das Wachstum eines Portfolios mit einem Anfangssaldo von 10.000 Euro über einen Zeitraum von 30 Jahren bei einem theoretischen Wachstum von 6% pro Jahr und jährlichen Kosten von 0,3%, 0,6%, 0,9% oder 1,2%.

 

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen.

ETF-Anteile können nur durch einen Makler erworben oder verkauft werden. Die Anlage in ETFs bringt eine Börsenmakler-Provision und eine Geld-Brief-Spanne mit sich, was vor der Anlage vollständig berücksichtigt werden sollte.

Fonds, die in festverzinsliche Wertpapiere investieren, bergen das Risiko eines Zahlungsausfalls bei Rückzahlungen und einer Beeinträchtigung des Kapitalwerts Ihrer Investition. Außerdem kann das Ertragsniveau schwanken. Änderungen der Zinssätze haben wahrscheinlich Auswirkungen auf den Kapitalwert von festverzinslichen Wertpapieren. Unternehmensanleihen können höhere Erträge abwerfen, bergen aber auch ein höheres Kreditrisiko. Dadurch steigt das Risiko eines Zahlungsausfalls bei Rückzahlungen und einer Beeinträchtigung des Kapitalwerts Ihrer Investition. Das Ertragsniveau kann schwanken und Änderungen der Zinssätze haben wahrscheinlich Auswirkungen auf den Kapitalwert von Anleihen.

Wichtige allgemeine Hinweise

Nur für professionelle Anleger (nach den Kriterien der MiFID II-Richtlinie), die auf eigene Rechnung investieren (einschließlich Verwaltungsgesellschaften (Dachfonds) und professionelle Kunden, die im Namen ihrer diskretionären Kunden investieren). In der Schweiz nur für professionelle Anleger. Nicht für die öffentliche Verbreitung bestimmt.

Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen sind nicht als Angebot oder Angebotsaufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren zu verstehen, wenn in einem Land ein solches Angebot oder eine solche Aufforderung rechtswidrig ist, wenn Personen betroffen sind, denen ein solches Angebot oder eine solche Aufforderung gesetzlich nicht gemacht werden darf, oder wenn derjenige, der das Angebot oder die Aufforderung macht, dafür nicht qualifiziert ist. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Sie dürfen sich deshalb bei Anlageentscheidungen nicht auf den Inhalt dieses Dokuments verlassen.

Die Informationen in diesem Dokument dienen lediglich zu Bildungszwecken und stellen keine Empfehlung und kein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Anlagen dar.

Im EWR herausgegeben von der Vanguard Group (Ireland) Limited, die in Irland von der irischen Zentralbank reguliert wird.

In der Schweiz herausgegeben von Vanguard Investments Switzerland GmbH.

Herausgegeben von Vanguard Asset Management, Limited, die in Großbritannien von der Financial Conduct Authority zugelassen ist und von ihr reguliert wird.

Herausgegeben von der Vanguard Group Europe GmbH, die in Deutschland von der BaFin reguliert wird.

© 2022 Vanguard Group (Irland) Limited. Alle Rechte vorbehalten.

© 2022 Vanguard Investments Switzerland GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

© 2022 Vanguard Asset Management, Limited. Alle Rechte vorbehalten.

© 2022 Vanguard Group Europe GmbH. Alle Rechte vorbehalten.