• Die Turbulenzen an den globalen Aktien- und Anleihemärkten ändern nichts an den Grundprinzipien einer Multi-Asset-Strategie.
  • In der Vergangenheit konnten sich Multi-Asset-Portfolios jedes Mal von längeren Verlustphasen an den Aktien- und Anleihemärkten erholen.
  • Die Prognosen für Multi-Asset-Portfolios sind seit Jahresbeginn deutlich gestiegen.

 

2022 war zweifellos ein schwieriges Jahr für Multi-Asset-Anleger:innen: Nach den gleichzeitigen Kursrückgängen an den globalen Aktien- und Anleihemärkten1 fragen sich viele, ob Multi-Asset-Portfolios in dem aktuellen Marktumfeld überhaupt Vorteile bieten; einige stellen den Sinn von Mischportfolios ganz in Frage.

Doch auch in diesen schwierigen Zeiten spricht weiterhin viel für Multi-Asset-Strategien, denn historisch haben Mischportfolios durch stabile Renditen überzeugt. Daher gehen wir davon aus, dass Anleger:innen ihre Ziele auch in Zukunft mit einer ausgewogenen Aktien-/Anleihe-Allokation erreichen können – wenn sie sich nicht vom Kurs abbringen lassen.

Multi-Asset-Portfolios im Kontext

2022 fiel vor allem die schwache Entwicklung von Anleihen in Multi-Asset-Portfolios auf. Anleger:innen sollten jedoch nicht vergessen, dass Anleihen ein Mischportfolio in erster Linie langfristig gegen Aktienkursverluste schützen sollen. Ihre Rolle als Renditequelle ist eher zweitrangig. Und trotz der Verluste in diesem Jahr sind Anleihen aus unserer Sicht auch weiterhin das beste Gegengewicht zu Aktien, denn die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen ist historisch schwach, weshalb Anleihen Portfolioverluste durch Aktienvolatilität begrenzen können. Tatsächlich haben globale Anleihen seit Ende der Achtzigerjahre auch in Phasen schwerster Verluste an den Aktienmärkten positive Renditen abgeworfen, selbst während der Finanzkrise und der Pandemie2.

Multi-Asset-Portfolios: eine Lösung für jedes Marktumfeld

Für Mischportfolios spricht vor allem die Tatsache, dass sie in jeder Marktlage langfristig positive Ergebnisse erzielen können. Das nachstehende Diagramm zeigt die Wertentwicklung von 60/40-Mischportfolios nach parallelen Kursrückgängen an den Aktien- und Anleihemärkten während der letzten 100 Jahre.

3-Jahres-Performance von 60/40-Portfolios nach korrelierten Anleihe- und Aktienmarktverlusten, 1920 bis 2022

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Erträge.
Quelle: Berechnungen von Vanguard auf Grundlage von Daten der Website von Robert Shiller für den Zeitraum von 1920 bis 2022.
Hinweise: Aktien: Renditen des S&P 500, Anleihen: Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf Grundlage eines linearen Duration-Näherungswerts. Alle Renditen in US-Dollar bei Wiederanlage der Erträge. „Erholung“ ist definiert als die Zeitspanne, bis die Portfolios ihren ursprünglichen Anlagewert ($1) wieder erreichen.

Wie man sieht, konnte das Medianportfolio (in Gelb dargestellt) einen Verlust nach zehn Monaten aufholen und in den folgenden drei Jahren eine durchschnittliche Rendite von etwa 9% pro Jahr abwerfen. Selbst nach einem Verlust von durchschnittlich 30% dauerte es nur rund zweieinhalb Jahre, bis ein 60/40-Portfolio wieder bei null stand. Und in den folgenden drei Jahren lag die durchschnittliche jährliche Rendite selbst dann bei knapp unter 7%.

Dieser „Allwetterschutz“ beschränkt sich nicht auf 60/40-Portfolios, sondern gilt für jede beliebige Mischallokation. Ein 20/80-Portfolio beispielsweise konnte Verluste innerhalb von sechs Monaten ausgleichen und warf in den folgenden drei Jahren eine Rendite von durchschnittlich 7,6% pro Jahr ab. Woran liegt es, dass sich Mischportfolios so gut erholen können? Der wichtigste Grund ist Disziplin: Wer nicht verkauft, ist auch dann vollständig investiert, wenn die Bewertungen besonders günstig sind – und kann in dem anschließenden Aufschwung hohe Renditen abschöpfen.

3-Jahres-Performance von 20/80-Portfolios nach korrelierten Anleihe- und Aktienmarktverlusten, 1920 bis 2022

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Erträge.
Quelle: Berechnungen von Vanguard auf Grundlage von Daten der Website von Robert Shiller für den Zeitraum von 1920 bis 2022. Hinweise: Aktien: Renditen des S&P 500, Anleihen: Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf Grundlage eines linearen Duration-Näherungswerts. Alle Renditen in US-Dollar bei Wiederanlage der Erträge. „Erholung“ ist definiert als die Zeitspanne, bis die Portfolios ihren ursprünglichen Anlagewert ($1) wieder erreichen.

Außerdem schützen Anleihen in der Regel gegen Verkaufswellen in Rezessionsphasen, von denen Risikoaktiva in Zeiten schwacher Konjunktur häufiger betroffen sind. Im Kontext des aktuellen Marktumfelds fällt auf: Wenn Anleger:innen ihre Anleihen jetzt verkaufen, schreiben sie ihre Verluste fest. Gleichzeitig verzichten sie vollständig oder teilweise auf Kursgewinne, wenn sich die Stimmung am Markt dreht.

Auf die langfristigen Ergebnisse kommt es an

Dank höherer erwarteter Anleiherenditen und niedrigerer Aktienbewertungen werden sich die Aussichten für Multi-Asset-Portfolios weiter verbessern3. Unsere 10-Jahres-Prognosen auf Grundlage des Vanguard Capital Markets Model (VCMM) sind seit Jahresbeginn deutlich gestiegen: Noch im Januar hatten wir für ein 60/40-Portfolio eine durchschnittliche Jahresrendite von 1,9% erwartet, heute gehen wir von 4,5% aus, was einem Anstieg um 260 Basispunkte entspricht4.

Diese Prognosen sind ein Silberstreifen am Horizont. Allerdings sollten Anleger:innen nicht vergessen, dass Vanguard Mischportfolios nicht als Instrumente für Markt-Timing gedacht sind, sondern ein global diversifiziertes Markt-Exposure gewährleisten sollen. Die Geschichte lehrt, dass die strategische Asset-Allokation und nicht taktische Anpassungen für die langfristige Wertentwicklung eines Portfolios verantwortlich ist5.

Natürlich ist es in Zeiten wie diesen trotz allem verständlich, dass Anleger:innen ihre Portfolios schützen wollen. Doch anstatt sich an Schutzmaßnahmen gegen kurzfristige Kursbewegungen zu versuchen, sollten Berater:innen auf die bewährten Prinzipien der strategischen Asset-Allokation vertrauen, die sich langfristig als äußert erfolgreich erwiesen haben.

 

1 Zwischen dem 1. Januar 2022 und dem 30. September 2022 ist der Bloomberg Global Aggregate Bond Index (abgesichert in EUR) fiel um 15% und der MCSI World Stock Index (EUR) um 13% zurückgegangen. Alle Renditen in Euro. Quelle: MSCI und Bloomberg.

2 Quelle: Berechnungen von Vanguard auf Grundlage von Daten von Bloomberg. Daten für den Zeitraum von Januar 1988 und November 2020. Siehe „Trotz niedriger Zinsen – Warum sich Aktienrisiken am besten mit Anleihen absichern lassen“, Renzi-Ricci, Baynes, Januar 2021. Aktienrenditen werden durch den MSCI AC World Total Return Index, Anleiherenditen durch den Bloomberg Global Aggregate Total Return Index (abgesichert in EUR) dargestellt.

3 Quelle: Vanguard. Unsere Einschätzung beruht auf der Simulation des Vanguard Capital Markets Model® (VCMM) für verschiedene Assetklassen vom 30. September 2022.

4 Quelle: Vanguard. Die Verteilung der Renditen des VCMM wird aus 10.000 Simulationen für jede modellierte Assetklasse abgeleitet. Simulationen per 31. Dezember 2021 und 30. September 2022. Die Aktienrenditen enthalten Renditen von Aktien in Euro, dargestellt durch den MSCI EMU Total Return Index, sowie globaler Aktien (ohne die Eurozone), dargestellt durch den MSCI AC World ex EMU Total Return Index. Die Anleiherenditen enthalten Renditen von Anleihen in Euro, dargestellt durch den Bloomberg Euro Aggregate Index, sowie globaler Anleihen (ohne die Eurozone), dargestellt durch den Bloomberg Global Aggregate ex Euro Index Hedged. Gewichtung der Anleihen in Euro sowie der globalen Anleihen ohne Anleihen in Euro auf Grundlage ihrer Marktkapitalisierung. Berechnung der Renditen bei Wiederanlage der Erträge.

5 Quelle: Berechnungen von Vanguard auf Grundlage von Daten von Morningstar für den Zeitraum vom 3. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2021. Berechnung der Wertentwicklung auf Grundlage der Veränderung im Nettoinventarwert. Renditen in USD bei Wiederanlage der Erträge, abzüglich Kosten. Für weitere Informationen siehe „Zeitlos und bewährt: strategische Asset-Allokation“, Juli 2022.

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

WICHTIGER HINWEIS: Die Prognosen sowie andere Informationen, die von dem Vanguard Capital Markets Model generiert werden und die Wahrscheinlichkeit verschiedener Anlageergebnisse zum Gegenstand haben, sind naturgemäß hypothetisch, stellen keine tatsächlichen Anlageergebnisse dar und garantieren keine zukünftigen Erträge. Die Verteilung der Renditeergebnisse des VCMM wird aus 10.000 Simulationen für jede modellierte Assetklasse abgeleitet. Simulationen per 30. September 2022. Die Ergebnisse des Modells können mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit variieren.

Die Prognosen des VCMM basieren auf statistischen Analysen und historischen Daten. Zukünftige Renditen können von den im VCMM erfassten historischen Mustern abweichen. Noch wichtiger ist jedoch, dass das VCMM extrem negative Szenarios unterschätzen kann, die in den historischen Zeiträumen, auf denen die Modellschätzungen beruhen, nicht vorkamen.

Das Vanguard Capital Markets Model® ist ein proprietäres Finanzsimulationstool, das von der Investment Strategy Group von Vanguard entwickelt und gepflegt wird. Das Modell prognostiziert die Verteilung zukünftiger Renditen für zahlreiche Assetklassen. Zu diesen Assetklassen gehören die US-amerikanischen und internationalen Aktienmärkte, US-Treasuries und Unternehmensanleihen mit verschiedenen Laufzeiten, internationale Anleihemärkte, US-Geldmärkte, Rohstoffe sowie bestimmte alternative Anlagestrategien. Die theoretische und empirische Grundlage des Vanguard Capital Markets Model ist die Beziehung zwischen Rendite und Risiko: Die Renditen zahlreicher Assetklassen sind der von Anlegern im Gegenzug für bestimmte Arten von systematischem Risiko (Beta) verlangte Ausgleich. Den Kern des Modells bilden Schätzungen der dynamischen statistischen Beziehung zwischen Risikofaktoren und Vermögensrenditen, die durch statistische Analysen auf der Grundlage verfügbarer monatlicher Finanz- und Wirtschaftsdaten gewonnen werden. Mithilfe eines Systems von Gleichungsschätzungen führt das Modell eine Monte Carlo-Simulation durch, um die geschätzten Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren und Assetklassen sowie Ungewissheit und Zufälle langfristig zu prognostizieren. Das Modell generiert eine große Anzahl simulierter Ergebnisse für jede Assetklasse über verschiedene Zeiträume. Die Prognosen werden durch Berechnung der Zentraltendenzen in diesen Simulationen gewonnen. Die Ergebnisse des Modells variieren mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit.

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen.

Bei den dargestellten Wertentwicklungen handelt es sich um simulierte künftige Wertentwicklungen. Derartige Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Einige Fonds investieren in Wertpapiere, die auf unterschiedliche Währungen lauten. Der Wert dieser Anlagen kann aufgrund von Wechselkursschwankungen steigen oder fallen.

Wichtige allgemeine Hinweise

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