Ein Kommentar von David Hsu, Senior Equity Index und ETF Product Specialist, Vanguard, Europe.

 

  • Das Angebot an Indizes ist in seiner Auswahl und Vielfalt überwältigend, die Qualität jedoch alles andere als einheitlich.
  • Für erfolgreiche Anlageergebnisse sollte man nicht einfach den nächstbesten Fonds nehmen, denn jeder ETF ist nur so gut wie der Index, den er abbilden soll.
  • Bei der Auswahl der richtigen Anlagelösungen sollte Anleger:innen mehrere Faktoren beachten, darunter Diversifizierung, Liquidität und Transparenz des ETF und seines Index.

 

ETFs gelten weithin als eines der effizientesten Anlageinstrumente am Markt. Als Grundbausteine für den Aufbau eines diversifizierten Portfolios haben sie zudem einen großen Vorteil: Kosteneffizienz. Und da sich der Effekt niedriger Gebühren ähnlich wie der Zinseszinseffekt im Laufe der Zeit verstärkt, können sie langfristig einen wichtigen Renditebeitrag leisten. Dank ihrer einfachen Struktur und transparenten Anlagemethodik können Anleger:innen das Volatilitäts- und Renditeprofil von ETFs zudem leichter einschätzen.

Für erfolgreiche Anlageergebnisse sollte man jedoch nicht einfach den nächstbesten Fonds nehmen, denn jeder ETF ist nur so gut wie der Index, den er abbilden soll. Daher will ich an dieser Stelle erläutern, worauf es bei einem ETF wirklich ankommt:

Ist der ETF ausreichend diversifiziert?

Jeder ETF muss zunächst den Diversifizierungstest bestehen. Sind die Basiswerte des Fonds ausreichend gestreut, um den Zielindex oder -markt richtig abzubilden? Ist der Zielindex hochgradig konzentriert, entgehen Anleger:innen unter Umständen Gewinne aus steigenden Kursen; umgekehrt besteht die Gefahr, dass fallende Kurse überdurchschnittlich hohe Verluste verursachen. Und da ein ETF mit 300 Komponenten nicht teurer sein sollte als ein ETF mit  nur 30 Komponenten, gibt es für Anleger:innen keinen Grund, auf Diversifikation zu verzichten.

Sind die Vermögenswerte liquide?

Wichtig ist auch eine ausreichende Liquidität der Basiswerte. Wer in einen Index investiert, dessen Komponenten nur schwer oder zu hohen Kosten handelbar sind, muss unter Umständen seine Renditeerwartungen anpassen. Eine hochgradig konzentrierte Benchmark – bei Themen- und Nischenindizes üblich – birgt außerdem die Gefahr, dass Anleger:innen plötzlich ein ganz anderes (möglicherweise verwässertes) Portfolio haben als das, welches sie ursprünglich angestrebt haben. Dies liegt in der Zusammensetzung konzentrierter Indizes, die aus nur wenigen kleineren, illiquideren Wertpapieren bestehen: Investieren Anleger:innen hohe Summen in ein solches Portfolio (häufig nach einer Phase steigender Kurse), müssen die Manager:innen die Portfoliogewichtung anpassen – was häufig zu Verzerrungen führt. Kommt es zu diesen erzwungenen Umschichtungen, entstehen für Anleger:innen möglicherweise zusätzliche Kosten.

Weist der ETF seine Portfoliobestände aus?

Das letzte „Muss“ für jeden ETF ist Transparenz: Für optimale Diversifizierung müssen Anleger:innen in jedem Fall nachvollziehen können, in welche Wertpapiere der Fonds investiert. Transparenz ist zudem in Bezug auf die Anlagemethodik des Fonds angezeigt. Investiert der ETF nach klaren Regeln? Werden Veränderungen in der Zusammensetzung des Index nach einem einheitlichen Prozess umgesetzt?

Für eine möglichst genaue Indexabbildung gibt es noch zahlreiche weitere bewährte Verfahren, etwa die Free-float-Bereinigung, die gewährleistet, dass der Index nur das tatsächlich verfügbare Anlageuniversum abbildet – aus unserer Ansicht ein zentrales Merkmal einer guten Benchmark. Dasselbe gilt für einen flexiblen Umgang mit der Marktkapitalisierung, um die relative Größe der Unternehmen zu berücksichtigen.

Ein Jahrzehnt erfolgreicher Partnerschaften

Der mittlerweile seit zehn Jahren anhaltende Erfolg der Vanguard ETFs beruht nicht nur auf der Anerkennung der Bedeutung dieser Prinzipien, sondern auch auf der Zusammenarbeit mit zuverlässigen Indexanbietern. Vanguard arbeitet ausschließlich mit weltweit anerkannten Anbietern zusammen, die unsere Philosophie teilen und nur verlässliche, objektive und regelbasierte Indizes entwickeln.

Diese Partnerschaft kommt auch in der wechselseitigen Beziehung zwischen den Indexanbietern und verschiedenen Vanguard Teams zum Ausdruck, die zu dem Entwicklungsprozess beitragen. Zum Beispiel legen wir Wert darauf, dass unsere Portfoliomanager und Händler eng mit den Indexanbietern zusammenarbeiten, damit sie über die notwendigen Daten für effektives und effizientes Portfoliomanagement verfügen. Wir sind überzeugt, dass verlässlicher Input zu besseren Ergebnissen führt.

Das Angebot an Indizes ist in seiner Auswahl und Vielfalt überwältigend, die Qualität jedoch alles andere als einheitlich. Anleger:innen sollten daher genau überlegen, welche Erwartungen sie an einen Index stellen, und Indizes dann auf die drei „Must-have“-Kriterien überprüfen.

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

ETF-Anteile können nur durch einen Makler erworben oder verkauft werden. Die Anlage in ETFs bringt eine Börsenmakler-Provision und eine Geld-Brief-Spanne mit sich, was vor der Anlage vollständig berücksichtigt werden sollte.

Wichtige allgemeine Hinweise

Nur für professionelle Anleger (nach den Kriterien der MiFID II-Richtlinie), die auf eigene Rechnung investieren (einschließlich Verwaltungsgesellschaften (Dachfonds) und professionelle Kunden, die im Namen ihrer diskretionären Kunden investieren). In der Schweiz nur für professionelle Anleger. Nicht für die öffentliche Verbreitung bestimmt.

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