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Monatliches Update für Fixed-Income-Anleger – Oktober 2020

18 November 2020
Anleihen
Ein Kommentar von Senior Investment Product Specialist, Kunal Mehta

Die Risikobereitschaft nahm im Oktober weiter ab. Die Anleger versuchten,  die vielen Unbekannten auszugleichen: sich verschlechternde wirtschaftliche Fundamentaldaten und Wachstumsaussichten gegenüber mehr Liquidität vonseiten der Zentralbanken und eine unterstützende Dynamik bei Angebot und Nachfrage von Anleihenemissionen, Unkalkulierbarkeit bei den US-Wahlen, Brexit und nationale Lockdowns aufgrund von Covid-19. In diesem Umfeld hielten sich viele Anleger zurück, während es andere zu den sichereren Anleihen mit hoher Bonität1 hinzog.

In den USA und vielen Teilen Europas konnte sich das BIP im dritten Quartal gegenüber dem zweiten Quartal erholen. Die Wirtschaftsaktivität liegt allerdings in vielen Ländern nach wie vor unter dem Niveau, das vor der Covid-19-Krise herrschte1. Die Zentralbanken hielten an ihrer expansiven Geldpolitik fest, und die Europäische Zentralbank (EZB) sagte eine weitere Lockerung für Dezember zu. Dies machte deutlich, dass die Risiken immer noch nach unten verzerrt waren.

Monatsperformance nach Märkten

Globale Staatsanleihen

 

Unternehmensanleihen

 

Schwellenländeranleihen

 

Großbritannien

Europa

USA

HY

 

 

Bloomberg Barclays Global Aggregate Treasuries (USD Hedged)

Bloomberg Barclays Global Aggregate GBP Corporate (USD Hedged)

Bloomberg Barclays Global Aggregate EUR Corporate (USD Hedged)

Bloomberg Barclays Global Aggregate USD Corporate (USD Hedged)

Bloomberg Barclays Global High Yield (USD Hedged)

JP Morgan Emerging Markets Bond Index EMBI Global Diversified (USD Hedged)

-0,06%

0,19%

0,84%

-0,14%

0,20%

-0,03%

Quelle: Bloomberg Barclays, 30. September 2020 bis 30. Oktober 2020. Die einzelnen Engagements werden durch die Bloomberg Barclays-Indizes repräsentiert.

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine zuverlässigen Rückschlüsse auf zukünftige Ergebnisse zu.

Staatsanleihen

An den Märkten für Staatsanleihen aus Industrieländern beendeten die Renditen deutscher Bundesanleihen den Monat bei allen Laufzeiten durchweg niedriger. Demgegenüber versteilte sich die US-Renditekurve, da die Rendite bei 5- bis 30-jährigen Anleihen zwischen 10 und 20 Bp. zunahm. Die Renditekurve britischer Staatsanleihen versteilte sich ebenfalls, jedoch nicht in demselben Umfang.

Kreditmärkte

Die Kreditmärkte präsentierten sich im Allgemeinen weiter widerstandsfähig gegenüber Volatilität, und die Spreads verengten sich durchweg. Die Berichtssaison erwies sich als überraschend positiv (zumindest gegen Ende Oktober), denn bei rund 70% der Unternehmen fielen die Ergebnisse besser als erwartet aus1. Außerdem korrigierten viele die Aussichten für ihr zukünftiges Gewinnwachstum nach oben.

Den zweiten Monat in Folge gab es keine ‚gefallenen Engel‘ (Investment-Grade-Anleihen, die auf ‚Junk‘-Status heruntergestuft wurden), da die meisten Emittenten inzwischen Maßnahmen zur Anpassung an das schwierigere betriebliche Umfeld getroffen haben. Die Kapitalmärkte blieben für Investment-Grade-Emittenten völlig offen. Die Unternehmen profitierten weiterhin von einer überdurchschnittlich hohen Liquidität. Die Neuemissionen von Unternehmensanleihen über den Primärmarkt blieben generell verhalten.

Die technische Unterstützung seitens der Zentralbanken (durch Anleihenankaufprogramme) war nach wie vor die treibende Kraft, die der Performance der Fixed-Income-Märkte zugrunde lag. Vor diesem Hintergrund sorgte die Risikobereitschaft der Anleger für eine weitere Kompression der Renditespreads, insbesondere bei Sektoren und Emittenten mit höherem Beta (die volatiler als der allgemeine Markt sind). Für die nächste Zeit rechnen wir aufgrund der geopolitischen Probleme mit höherer Volatilität und einer schnelleren Reaktion der Spreads.

Credit-Spread-Niveaus

Quelle: Alle Bloomberg Barclays-Indizes: Global Aggregate Credit Index, Emerging Market USD Aggregate Index, USD Aggregate A and BBB Corporate Index, EUR Aggregate A and BBB Rated Corporate Index, Asia Pacific Aggregate A and BBB Rated Corporate Index, US Securitised ABS und CMBS Indizes sowie US Corporate High Yield Index. Stand: 31. Oktober 2020.

Eine Konstante an diesem Markt ist jedoch, dass wir in Anbetracht von kurzfristigen Zinsen, die nahe null liegen oder sogar negativ sind, und negativen Realzinsen bei allen Laufzeiten von Staatsanleihen aus Industrieländern wahrscheinlich weiterhin eine Anlegernachfrage nach Wertpapieren erleben werden, die immer noch positive reale Renditen abwerfen.

Schwellenländer

Nach einem positiven Start büßten die Anleihen aus den Schwellenländern ihre Gewinne wieder ein und beendeten den Monat insgesamt unverändert. Weitgehend zurückzuführen war dies auf Anleger, bei denen sich infolge der Ungewissheit bei den US-Wahlen und der Sorgen über neuerliche Lockdowns als Reaktion auf wieder steigende Covid-19-Infektionszahlen größere Vorsicht einstellte. Stabilere High-Yield-Emittenten wie die Dominikanische Republik und Republik Côte d'Ivoire entwickelten sich überdurchschnittlich.

In High-Yield-Ländern mit hohem externem Finanzierungsbedarf wie Sri Lanka, Argentinien, Türkei und Oman setzte sich die Differenzierung weiter fort. Die bestehenden Verschuldungsprobleme Sri Lankas sind aufgrund der hohen Kosten durch Covid-19 noch schwieriger geworden. Demgegenüber wurde Argentinien von Kapitalfluchtdruck geplagt, da hier die Devisenreserven auf einen bedenklich niedrigen Stand gefallen sind. Indessen konnten sich die Türkei und Oman relativ gut behaupten, obwohl sich die wirtschaftlichen Fundamentaldaten verschlechterten.

Die Märkte für Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen verzeichneten eine stabile Performance und veränderten sich im Berichtsmonat kaum. 

Spreads von Schwellenländeranleihen

Quelle: Bloomberg, JP Morgan und Vanguard, 1. März 2019 bis 30. Oktober 2020. Beim Spread von Schwellenländeranleihen handelt es sich um den Spread des JP Morgan Emerging Market Bond Index Global Diversified.

Im Vergleich zu September verbesserte sich der technische Hintergrund, da es nur geringes neues Angebot an Anleihen gab. Die Neuemissionen von Staatsanleihen in US-Dollar summierten sich brutto auf USD 11,1 Mrd. Etwa USD 6 Mrd. hiervon stammten aus China. Die Nettoemissionen beliefen sich auf USD 5,3 Mrd.

Ausblick

Eine zweite Lockdown-Welle breitet sich inzwischen immer mehr aus. Unserer Ansicht nach könnten hierdurch die Kapazität und die Wirksamkeit weiterer geld- und fiskalpolitischer Impulse auf die Probe gestellt werden. Die geldpolitischen Rahmenbedingungen stellen sich unserer Einschätzung nach weiterhin als günstig dar. Allerdings nehmen die Sorgen über die wirtschaftliche Situation in Anbetracht der steigenden Anzahl an nationalen Lockdowns und Covid-19-Infektionen zu.

Über die Unsicherheit im Zusammenhang mit der anhaltenden Covid-19-Pandemie hinaus halten wir einen Anstieg der Marktvolatilität zum Jahresende für möglich. Die US-Wahl, das abgewürgte fiskalisches Hilfspaket in den USA und Komplikationen rund um den Brexit bringen allesamt das Potenzial mit sich, die Stimmung der Anleger zu belasten und die Marktpreise zu beeinflussen.

Wir würden bessere Preise ausnutzen, sofern sie sich ergäben. Unterdessen bleiben wir auf die Wertschöpfung konzentriert, indem wir sicherstellen, dass wir eine angemessene Diversifizierung unter unseren besten Anlageideen beibehalten.

Speziell an den Märkten für Unternehmensanleihen fiel der erste Lockdown in Europa zeitlich mit einer Welle negativer Ratings zusammen. Eine Wiederholung halten wir jedoch für unwahrscheinlich, weil die meisten von Covid-19 betroffenen Emittenten bereits deutlich heruntergestuft wurden oder Maßnahmen zur Anpassung an das schwierigere betriebliche Umfeld getroffen haben. Wir sehen immer noch Argumente für eine Übergewichtung in den Bereichen des Marktes, die sich noch nicht völlig erholt haben und in diesem Umfeld immer noch eine vernünftige Rendite bieten. Die Möglichkeit einer ‚Double-Dip‘-Rezession verlieren wir nicht aus dem Auge, auch wenn wir sie nicht erwarten. Von daher rechnen wir mit einer anhaltenden Streuung bei den Fundamentaldaten der Emittenten, woraus sich attraktive Chancen ergeben dürften.

In den Schwellenländern wird die Covid-19-Pandemie unserer Auffassung nach lang anhaltende Auswirkungen haben. Die Verschlechterung der Staatsbilanzen, die sich aus der notwendigen Reaktion zum Schutz der öffentlichen Gesundheit ergibt, und die verloren gegangene Wirtschaftsaktivität dürften die Schuldenlast erhöhen. Allerdings erwiesen sich viele der Länder, darunter Schwellenländer wie auch Industrieländer, die die höchsten Zuwächse der Schuldenlast verkraften mussten, auch als diejenigen mit den stärksten Bilanzen und dem größten fiskalischen Spielraum. Die Schuldenlast wird daher aus unserer Sicht in den meisten Fällen tragbar bleiben. Positiv ist zu vermerken, dass die Anlageklasse auch künftig durch eine anhaltende Phase expansiver Geldpolitik der weltweiten Zentralbanken unterstützt werden wird. 

 

1 Bloomberg, Stand: Oktober 2020.

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