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Am Anfang einer Geldanlage steht ein scheinbares Paradox: Mit klaren Zielen und einem entsprechenden Plan haben Anleger größere Erfolgschancen. Doch vielen fällt es schwer abzuschätzen, wie ihr Leben in 20, 30 oder 40 Jahren aussehen wird – geschweige denn, welche Summe sie ansparen müssen, um so weit entfernte Ziele wie etwa einen komfortablen Ruhestand zu erreichen.

Für manche ist das ein Grund, ihre Finanzplanung aufzuschieben oder einfach planlos anzulegen. Doch auch ein Plan, der sich noch mehrmals ändern wird, kann ein sinnvoller Plan sein. Mit diesen Argumenten können Sie Ihren Kunden helfen, die anfänglichen Hürden zu überwinden:

Was macht einen guten Plan aus?

Ein Anlageziel sollte einfach, messbar und realistisch sein. Dadurch haben Kunden ein konkretes Verständnis davon, was einen Anlageerfolg ausmacht, und auch eher ein offenes Ohr für erprobte Strategien, mit denen sie ihre Chancen auf den Anlageerfolg verbessern.

Ein Plan umfasst in der Regel einen Zielbetrag und einen Anlagehorizont, also die Dauer, für die ein Anleger auf sein Kapital verzichten kann, während es für ihn arbeitet. Teil des Plans ist auch die Risikotoleranz des Anlegers, die zum Beispiel durch Erfahrungen und Persönlichkeit, berufliche und familiäre Situation beeinflusst wird, sowie die einmaligen und regelmäßigen Beträge, die der Kunde investieren möchte. Daraus ergibt sich eine Allokation, die Risiken und Renditepotenzial passend zum Anleger abbildet. Kunden sollten außerdem von vornherein planen, wann und wie ihr Portfolio überwacht und gegebenenfalls neu gewichtet wird, um der gewünschten Strategie über Marktphasen hinweg treu zu bleiben.

Wer früh plant, hat es später leichter

Auf die Frage nach der stärksten Kraft des Universums soll Albert Einstein einmal geantwortet haben: „Der Zinseszins“. Denn mit der Zeit verdienen Anleger nicht nur mit dem eingesetzten Kapital, sondern auch mit bereits erzielten Erträgen weitere Erträge.

Je länger der Anlagehorizont, desto stärker kann sich dieser Effekt bemerkbar machen. Die folgende Tabelle zeigt, wie viel Anleger monatlich investieren müssten, um bei einer gleichbleibenden Rendite von fünf Prozent nach Kosten eine halbe Million Euro anzusparen:

Anlagehorizont

Erforderlicher monatlicher Anlagebetrag

40 Jahre

336€

30 Jahre

610 €

20 Jahre

1225€

Quelle: Berechnungen von Vanguard. Anmerkung: Die Tabelle zeigt ein fiktives Szenario, das zeigt, welche Anlagebeträge bei unterschiedlichem Anlagehorizont nötig wären, um bei einer Rendite nach Kosten von fünf Prozent 500.000€ anzusparen.

Das fiktive Beispiel zeigt: Bei einem relativ langen Anlagehorizont von 40 Jahren wäre ein monatlicher Anlagebetrag von 336 Euro erforderlich. Bei einem halb so langen Anlagehorizont müsste ein Anleger schon fast viermal so viel anlegen, um das gleiche Ziel zu erreichen – es wird also exponentiell schwieriger, das Ziel zu erreichen.

Außerdem ist es bei einem längeren Anlagehorizont oft vertretbar, mehr Aktien in ein Portfolio zu aufzunehmen. Denn historisch gesehen ist die Schwankungsbreite bei Aktien zwar größer, sie boten aber langfristig im Schnitt auch größere Renditen. 

Auch wenn Anleger im Lauf der Zeit ihre Strategie korrigieren müssen, können frühe Anlagen noch lange Früchte tragen. So steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Anleger ihre finanziellen Ziele erreichen.

Pläne anzupassen ist leichter als die Geldanlage neu zu planen

Verändern sich die heutigen Umstände oder die Anlageziele eines Kunden, sind Plan und Strategie noch lange nicht hinfällig. Vielmehr macht es ein solider Plan umso leichter, mit unerwarteten Ereignissen umzugehen und einzuschätzen, was sie für die eigene Zukunftsplanung bedeuten. Wer zum Beispiel eine Erbschaft erhält, kann auf Basis eines bestehenden Plans neu kalkulieren, ob nun auch niedrigere monatliche Anlagebeträge ans Ziel führen könnten – oder wie bisher weiteranlegen und das Anlageziel erhöhen. Wer eine berufliche Auszeit plant, kann die ausfallenden Sparbeträge auf andere Monate umlegen. Entwickelt sich der Markt langfristig anders als erwartet, erlaubt es ein klarer Plan oft, Stellschrauben wie Sparrate, Risiko-Rendite-Profil und Anlageziel solange zu justieren, bis trotzdem ein Schuh daraus wird.

Mit klaren Zielen wird man seltener zum „Fondssammler“

Wenn sie keine klaren Anlageziele haben, sehen Anleger ihr Portfolio zuweilen nicht als Ganzes und betreiben stattdessen eine Art „Fondssammeln“: Sie bewerten einzelne Fonds und kaufen solche, die ihnen attraktiv erscheinen – ohne darüber nachzudenken, welche Strategie sie damit verfolgen.

Dabei stützen sich Anleger oft auf Merkmale wie Fonds-Ratings und die historische Wertentwicklung. Untersuchungen zeigen jedoch, dass diese kein verlässlicher Indikator für eine gute künftige Performance sind.1 Hinzu kommt die Versuchung, Gefühlen wie Angst und Euphorie nachzugeben und so in Bullenmärkten Aktien zu kaufen und in Bärenmärkten zu verkaufen. Dabei hinken Anleger der Marktentwicklung oft hinterher. Außerdem kann das Fondssammeln schnell zu Konzentrationsrisiken und Lücken im Portfolio führen.

Der Wert erprobter Anlageprinzipien

Klare Ziele und eine robuste Anlagestrategie auf dieser Basis können Anlegern helfen, solche Fehler zu vermeiden. Denn durch konkrete Ziele wird der Wert von Portfoliostrategie, Rebalancing und Risikostreuung erst deutlich. Die Strategie hilft Anlegern, nur die Risiken einzugehen, die zum Erreichen ihrer Ziele nötig sind. Ein regelmäßiges Rebalancing sorgt dafür, dass sie ihrer Strategie über alle Marktphasen hinweg treu bleiben. Und die Risikostreuung reduziert Wertschwankungen im Portfolio sowie die Gefahr von Verlusten. So können Ziele Ihren Kunden in vielfacher Weise helfen, erfolgreicher anzulegen.

 

1 Rowley, James J., Jr. et al: Grundlagen und Vorteile kosteneffizienter Indexstrategien, Vanguard Research, April 2019.

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

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