Dr. Jan-Carl Plagge, Roxane Spitznagel, Christopher Pawlik
Referenten
Dr. Jan-Carl Plagge, Roxane Spitznagel, Christopher Pawlik
  • 27 Juli
  • 10:00am
  • 60 Minuten
  • Webinar

Vanguard Marktausblick: Was hat sich für Investor:innen verändert?

Für Anleger:innen war die erste Jahreshälfte äußerst schwierig. Wie haben die Ereignisse der vergangenen Monate unseren Jahresausblick verändert? Und wie sind die Erwartungen für Konjunktur, Inflation, Zinsen und Kapitalmärkte? Sehen Sie sich jetzt die Aufzeichnung unseres Marktausblicks an.

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Rezessionsrisiken

Die galoppierende Inflation zwingt die Zentralbanken zu einer Aufholjagd, weshalb die Zinsen inzwischen schneller (und möglicherweise deutlicher) steigen als zuvor erwartet. Durch die restriktive Geldpolitik könnten einige Volkswirtschaften jedoch in eine Rezession rutschen.

Sinkende Wachstumsprognosen

Seit Jahresbeginn haben wir unsere Wachstumsprognosen für alle wichtigen Wirtschaftsräume nach unten korrigiert und unsere Inflationsprognosen angehoben. Außerdem gehen wir davon aus, dass die Zinssätze schneller und deutlicher steigen werden als zunächst erwartet..

Steigende Renditeerwartungen

Für Anleger:innen gibt es trotz allem auch gute Nachrichten: Da die Aktienbewertungen gesunken und die Zinsen gestiegen sind, weist unser Modell langfristig höhere erwartete Renditen für Aktien und Anleihen aus.

Wie wahrscheinlich ist eine Rezession?

Die Weltwirtschaft wird voraussichtlich auch 2022 wachsen, einige Volkswirtschaften stehen jedoch am Rande einer Rezession - wenn nicht in diesem, dann im nächsten Jahr.

 

Quelle: Vanguard Prognosen; Stand: 7. Juli 2022.

 

Unsere Prognosen für Wachstum, Inflation und Zinsen

Lieferengpässe und die angespannte Lage am Arbeitsmarkt hatten die Inflation bereits vor Jahresbeginn angeheizt, doch der russische Angriff auf die Ukraine und die chinesische Null-Covid-Politik haben die Situation zusätzlich verschärft. Wir haben unsere Inflationsprognosen angehoben und erwarten eine restriktivere Geldpolitik sowie weniger Wachstum.

  Wirtschaftswachstum Gesamtinflation Geldpolitik Arbeitslosenquote
USA c.1.5% 7%-7.5% 3.25%-3.75% 3%-3.5%
Eurozone 2%-3% c.8%-8.5% 0.5%-0.75% c.7%
Großbritannien 3.5%-4% c.10% 2.25%-2.5% c.4%
China c.3% < 2.5% 2.75% c.5.5%

Quelle: Vanguard Prognosen; Stand: 7. Juli 2022. Neuen Daten beeinflussen die Prognosen, sodass sich unsere Einschätzungen zwangsläufig ändern. Nachstehend finden Sie die Definitionen aller in der Tabelle verwendeten Begriffe.1

 

Unsere Renditeprognose für die kommenden zehn Jahre sind gestiegen

An den Aktien- und Anleihemärkten sind die Kurse seit Jahresbeginn deutlich zurückgegangen, doch für Anleger haben die schmerzhaften Verluste auch eine gute Seite: Die erwarteten Renditen haben sich verbessert. Für die meisten Aktienmärkte liegen unsere annualisierten 10-Jahres-Renditeprognosen um einen Prozentpunkt über ihrem vorherigen Niveau; auch unsere Renditeprognosen für Anleihen sind um etwa 1,5 Prozentpunkte gestiegen.

Jegliche Prognosen sollten als hypothetischer Natur betrachtet werden und spiegeln keine zukünftigen Ergebnisse wider bzw. garantieren diese nicht.

Quelle: Vanguard Prognosen; Stand: 31. Mai 2022 Die Verteilung der Renditeergebnisse des VCMM wird aus 10.000 Simulationen für jede modellierte Assetklasse abgeleitet. Simulationen per 31. Dezember 2021 sowie per 31. Mai 2022. Neuen Daten beeinflussen die Prognosen, sodass sich unsere Einschätzungen zwangsläufig ändern. Weitere Informationen über das VCMM und die in der Grafik verwendeten Indizes finden Sie weiter unten.2

 

Ist die Rezession unausweichlich?

In diesem Video äußert sich Vanguard Global Chief Economist Joe Davis zu den steigenden Rezessionsrisiken in den nächsten 12 bis 18 Monaten. Dabei geht er vor allem auf die Lage in den USA ein, wo die Zinsen bereits deutlicher gestiegen sind als in Großbritannien und Europa. Außerdem erläutert er, wie sich eine Rezession noch vermeiden ließe. 

„Ist eine Rezession unausweichlich?“ Video-Transkript:

Joe Davis: Die Inflation ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr, außerdem befürchten viele eine Rezession. Wie schätzt Vanguard die Lage ein?

 

Unsere eigenen Prognosen deuten inzwischen auf eine Rezessionswahrscheinlichkeit von mehr als 50% in den nächsten 12 bis 18 Monaten hin, sowohl in den USA als auch in anderen Industrieländern und insbesondere in Europa.

 

Warum ist eine Rezession heute wahrscheinlicher? Nun, wir haben inzwischen zwei Faktoren, die die Inflation anheizen: einerseits die wohlbekannten Lieferengpässe bei Lebensmitteln, Energie und anderen Produkten, die höhere Lebenshaltungskosten für viele Verbraucher und Unternehmen bedeuten. Der zweite, ebenfalls wohlbekannte, Faktor ist die angespannte Lage am Arbeitsmarkt, die den Lohndruck erhöht und so ebenfalls zu höheren Preisen für zahlreiche Produkte und Dienstleistungen beiträgt.

 

Allerdings ist eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 50% nicht gleich 100%, eine Rezession ist also nicht unvermeidlich. Wie könnten die USA und andere Märkte also eine Rezession vermeiden, ein Szenario, das von den Finanzmärkten nicht vollständig eingepreist ist? Ich sehe vier Bedingungen, die erfüllt werden müssten.

 

Der Federal Reserve würde ich, mit Verlaub, dringend eine Anhebung der kurzfristigen Zinssätze auf 3% empfehlen, und zwar noch vor Ende des Sommers. Dann würden die Inflationserwartungen zurückgehen, die nach der hohen Inflation der letzten Monate unmerklich gestiegen sind.

 

Außerdem müssten die Rohstoffpreise weiter fallen. Wenn zum Beispiel der Ölpreis unter 100 Dollar pro Barrel fallen würde, wenn es dazu käme, würde das den Anstieg der Lebensmittelpreise vollständig ausgleichen, der in den letzten 12 Monaten für die meisten Verbraucher ebenfalls erheblich war.

 

Wenn die Lagerbestände wieder steigen würden wie in den letzten Monaten, könnten die Preise ebenfalls moderat zurückgehen. Und das ist entscheidend, damit die Gesamtinflation sinkt, die aktuell bei über 8,5% liegt.

 

Außerdem brauchen wir ein bisschen Glück mit dem Angebot am Arbeitsmarkt. Tatsächlich müssten mindestens eine Million Amerikaner zusätzlich auf den Arbeitsmarkt kommen, und zwar in diesem Sommer. Das würde dazu beitragen, die Nachfrage nach Arbeitskräften besser auszugleichen. Bei dem knappen Angebot würden die Löhne immer noch deutlich steigen, aber vielleicht etwas weniger stark und trotzdem deutlicher als die Lebenserhaltungskosten, sofern die anderen drei Bedingungen erfüllt sind.

 

Vier Bedingungen also, um eine Rezession zu vermeiden. Und leider ist das aus meiner Sicht keine Multiple-Choice-Prüfung. Es müssen also alle vier Bedingungen erfüllt sein, in den USA und in anderen Ländern, um eine Rezession zu vermeiden.

 

Fazit: Weiche Landungen, die das Ziel vieler Zentralbanken sind, sind selten – seltener als Rezessionen. Doch sollten die USA und andere Märkte in eine Rezession rutschen, wäre das bedauerlich, würde aber weiteres Wachstum in der Zukunft nicht ausschließen.

 

Der Korridor für einen Aufschwung ist sicherlich schmaler geworden, aber der Weg ist noch nicht versperrt. In den kommenden Monaten werden wir klarer sehen, wie sich die Wirtschaft entwickelt.

 

 

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken
Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

 

Wichtige allgemeine Hinweise
Nur für professionelle Anleger (nach den Kriterien der MiFID II-Richtlinie), die auf eigene Rechnung investieren (einschließlich Verwaltungsgesellschaften (Dachfonds) und professionelle Kunden, die im Namen ihrer diskretionären Kunden investieren).  In der Schweiz nur für professionelle Anleger. Nicht für die öffentliche Verbreitung bestimmt.


Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen sind nicht als Angebot oder Angebotsaufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren zu verstehen, wenn in einem Land ein solches Angebot oder eine solche Aufforderung rechtswidrig ist, wenn Personen betroffen sind, denen ein solches Angebot oder eine solche Aufforderung gesetzlich nicht gemacht werden darf, oder wenn derjenige, der das Angebot oder die Aufforderung macht, dafür nicht qualifiziert ist. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Sie dürfen sich deshalb bei Anlageentscheidungen nicht auf den Inhalt dieses Dokuments verlassen.


Im EWR herausgegeben von der Vanguard Group (Ireland) Limited, die in Irland von der irischen Zentralbank reguliert wird
In der Schweiz herausgegeben von Vanguard Investments Switzerland GmbH
Herausgegeben von Vanguard Asset Management, Limited, die in Großbritannien von der Financial Conduct Authority zugelassen ist und von ihr reguliert wird.

© 2022 Vanguard Group (Irland) Limited. Alle Rechte vorbehalten.
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Alle Diagramme oben sowie weitere Informationen zu unseren Prognosen für andere Regionen können Sie in diesem Deck herunterladen.

Den vollständigen Kommentar zu unserem Halbjahresausblick 2022 finden Sie hier.

Hinweise:

1 „Wirtschaftswachstum“ bezeichnet die Veränderung der jährlichen Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr. Die Gesamtinflation wird gemessen am Verbraucherpreisindex inklusive der volatilen Lebensmittel- und Energiepreise. Geldpolitik entspricht unseren Jahresendprognosen für den Zielsatz der kurzfristigen Leitzinsen der jeweiligen Zentralbank.

2 WICHTIGER HINWEIS: Die Prognosen sowie andere Informationen, die von dem VCCM generiert werden und die Wahrscheinlichkeit verschiedener Anlageergebnisse zum Gegenstand haben, sind naturgemäß hypothetisch, stellen keine tatsächlichen Anlageergebnisse dar und garantieren keine zukünftigen Erträge. Die Verteilung der Renditeergebnisse des VCMM wird aus 10.000 Simulationen für jede modellierte Assetklasse abgeleitet. Simulationen per 31. Mai 2022. Die Ergebnisse des Modells können mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit variieren. Hinweise: Die Zahlen beruhen auf einer Bereichsleiste mit einer Genauigkeit von 1 Punkt für Aktien bzw. 0,5 Punkten für Anleihen (jeweils um das 50. Perzentil). Für die VCCM-Simulationen werden folgende Indizes (in Klammern) verwendet: Aktien Euroraum (MSCI European Economic and Monetary Union (EMU) Index); Aktien Welt ohne Euroraum (MSCI AC World ex EMU Index); Anleihen Euroraum (Bloomberg Euro-Aggregate Bond Index); Anleihen Welt ohne Euroraum (Bloomberg Global Aggregate ex Euro Index).

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

Die frühere Wertentwicklung gibt keinen verlässlichen Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Jegliche Prognosen sollten als hypothetischer Natur betrachtet werden und spiegeln keine zukünftigen Ergebnisse wider bzw. garantieren diese nicht.


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