• Wegen robusterer Inflations-, Wachstums- und Arbeitsmarktdaten passten Anlegerinnen und Anleger ihre Zinsprognosen an, weshalb die Anleihemärkte nach der Kursrallye im Dezember zu Jahresbeginn nachgaben.
  • Die Renditen auf Staatsanleihen aus Industrieländern stiegen insbesondere am langen Ende der Zinskurve an.
  • Die Risikoaufschläge für Investment-Grade-Unternehmensanleihen gingen insgesamt zurück.

Wegen robusterer Inflations-, Wachstums- und Arbeitsmarktdaten passten Anlegerinnen und Anleger ihre bereits eingepreisten Zinsprognosen an, weshalb die Anleihemärkte nach der Kursrallye im Vormonat im Januar nachgaben. Die Renditen auf Staatsanleihen aus Industrieländern stiegen insbesondere am langen Ende der Zinskurve an, US-Treasuries mit dreißigjähriger Laufzeit notierten so hoch wie zuletzt vor über sechs Wochen.

Zwar sind die Inflationsraten in den USA, in Großbritannien und in Europa im Dezember gestiegen, liegen jedoch weiterhin deutlich unter den zweistelligen Werten des Vorjahreszeitraums. In den USA stieg die Gesamtinflation auf 3,4%, die Kerninflation (ohne die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise) ging dagegen auf 3,9% zurück. In Großbritannien stieg die Gesamtinflation auf 4%, die Kerninflation lag unverändert bei 5%. In Europa stieg die Gesamtinflation auf 2,9%, die Kerninflation ging auf 3,4% zurück.

In den USA überraschten einmal mehr die robusten Arbeitsmarktdaten: Die Zahl neu geschaffener Stellen außerhalb der Landwirtschaft stieg im Dezember um fast das Doppelte an, die durchschnittlichen Stundenlöhne sind weiterhin hoch. Auch die Einzelhandelsumsätze stiegen stärker als erwartet, was auf robuste Bilanzen der US-Haushalte schließen lässt.

Spannungen im Nahen Osten, wo die Ereignisse im Roten Meer Lieferketten bedrohen und den Transport von Gütern verteuern, ließen die Ölpreise im Januar ansteigen.

Die US-Notenbank, die Bank of England und die Europäische Zentralbank hielten ihre Leitzinsen jeweils stabil bei 5,5, 5,25 bzw. 4%. Auch die Bank of Japan beließ ihren Leitzins unverändert bei -0,1% und hielt an ihrer Kontrolle der japanischen Zinskurve fest, auch wenn sie in ihrer Erklärung weiterhin ihren Willen zu einer Lockerung der Renditekontrolle bekräftigte.

Wertentwicklung der wichtigsten Anleihemärkte

Globale Staatsanleihen Unternehmensanleihen EM-Anleihen 
  UK Europa USA HY  
Bloomberg Global Aggregate Treasuries (USD Hedged) Bloomberg Sterling Corporate Bond Index (USD Hedged) Bloomberg Euro-Aggregate: Corporates Index (USD Hedged) Bloomberg Global Aggregate USD Corporate (USD Hedged) Bloomberg Global High Yield Index (USD Hedged) JP Morgan Emerging Markets Bond Index Global Diversified (USD Hedged)
-0,27% -1,06% 0,26% -0,08% 0,13% -1,02%

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Erträge. Die Wertentwicklung eines Index ist keine exakte Darstellung einer bestimmten Anlage, da Anlegerinnen und Anleger nicht direkt in einen Index investieren können.

Quelle: Bloomberg. Daten für den Zeitraum vom 31. Dezember 2023 bis zum 31. Januar 2024. Die Assetklassen werden jeweils durch Bloomberg-Indizes dargestellt. Berechnungen in USD. 

Staatsanleihen 

Die Renditen auf Staatsanleihen aus Industrieländern stiegen im Januar insbesondere am langen Ende der Zinskurve an. In den USA sank die Rendite auf zweijährige Treasuries um 4 Basispunkte, während die zehnjährige Rendite um 3 Basispunkte anstieg. In Europa stiegen die zweijährigen Renditen um 3 und die zehnjährigen Renditen um 14 Basispunkte an. In Großbritannien stiegen die Renditen für zwei- und zehnjährige Anleihen um 27 bzw. 26 Basispunkte, die Rendite auf dreißigjährige Anleihen notierte um 31 Basispunkte höher.

Unternehmensanleihen 

Die Risikoaufschläge auf Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating (IG) sanken im Januar; in den USA, in der Eurozone und in Großbritannien betrug der Rückgang 7, 14 bzw. 11 Basispunkte1. In den Schwellenländern stiegen die Risikoaufschläge auf Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen dagegen um 18 bzw. 23 Basispunkte2, die Spreads auf globale High-Yield-Anleihen notierten 9 Basispunkte höher3.

Spread-Bewegungen

Quelle: Bloomberg-Indizes: Global Aggregate Credit Average OAS Index, Global Aggregate Supranational Index, US Aggregate Corporate Average OAS Index, Euro Aggregate Corporate Average OAS Index, Sterling Aggregate Corporate Average OAS Index, US Aggregate ABS Average OAS Index, US Aggregate CMBS Average OAS Index, Global High Yield Average OAS Index, JP Morgan EMBI Global Diversified IG Sovereign Spread Index, JP Morgan EMBI Global Diversified HY Sovereign Spread Index. Daten für den Zeitraum 31. Dezember 2023 bis 31. Januar 2024.

Die Fundamentaldaten von Investment-Grade-Unternehmen sind weiterhin robust. Zwar gibt es Ausnahmen (z. B. den Immobiliensektor), doch viele Unternehmen haben in den letzten Jahren Schulden abgebaut und weisen heute bessere Verschuldungs- und Zinsdeckungskennzahlen aus als vor der Covid-Pandemie. Sollte der Abschwung deutlicher ausfallen und die Erholung später einsetzen als erwartet, dürften sich die Unternehmensanleihemärkte daher besser halten.

In Europa kommt die Berichtssaison allmählich in Schwung, die Märkte erwarten einen Gewinnrückgang im STOXX600, dem Index der größten europäischen Unternehmen nach Marktkapitalisierung, von rund 2% (ausgenommen im Energiesektor) und Umsätze auf Vorjahresniveau. Bisher haben erst wenige Unternehmen ihre Ergebnisse vorgelegt, doch zumindest bisher sind größere negative Überraschungen ausgeblieben.

Schwellenländer 

Unternehmensanleihen aus Schwellenländern beendeten den Januar mit einem Verlust von 1,0%, zumal unerwartet hohe Neuemissionsvolumen Bewertungsanpassungen und steigende Spreads, insbesondere im IG-Segment, zur Folge hatten. Mit einem Minus von 1,4% blieben Investment-Grade-Anleihen hinter High-Yield-Anleihen zurück (-0,7%)4. IG-Emittenten nutzten die Tatsache, dass der Primärmarkt wieder zugänglich ist, und emittierten in großem Umfang Anleihen. Die Spreads, die Ende 2023 einen Tiefpunkt erreicht hatten, stiegen daraufhin um 17 Basispunkte5.

Aus unserer Sicht sind die Risikoaufschläge auf Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen aus Schwellenländern auf ihrem aktuellen Niveau im Vergleich zu US-Spreads so attraktiv wie seit zwei Jahren nicht mehr und stellen eine günstige Gelegenheit zur Erhöhung des Risiko-Exposure dar, zumal ein Großteil der Neuemissionen auf den Jahresanfang fallen und die Nachfrage das Angebot in den kommenden Monaten übersteigen dürfte.

EM/US-Spread-Differenz auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren

Ein Liniendiagramm zeigt das Verhältnis der Spreads von Investment-Grade- und High-Yield-Unternehmensanleihen aus Schwellenländern zu äquivalenten US-Spreads seit Januar 2022. In den Schwellenländern sind die Risikoaufschläge in den vergangenen zwei Jahren kontinuierlich gestiegen und EM-Anleihen daher womöglich attraktiver.

Quelle: Bloomberg und JP Morgan, für den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis 31. Januar 2024. In IG- und EM-Kennzahlen verwendete Näherungswerte: EM IG: Investment Grade-Subindex des J.P. Morgan EMBI Global Diversified Index; EM HY: High Yield-Subindex des J.P. Morgan EMBI Global Diversified Index; US IG: Bloomberg U.S. Corporate Bond Index; US-HY: Bloomberg High Yield Corporate Index
 

Schwellenländeranleihen in Landeswährung beendeten den Januar mit einem Verlust von 1,5%6; zwar stiegen die Anleihen selbst im Wert (+0,6%), konnten jedoch Wechselkursverluste gegenüber dem US-Dollar nicht ausgleichen (-2,1%). Da die Zentralbanken in Lateinamerika noch genügend Spielraum für Zinssenkungen haben, bevor sie sich dem Neutralzinssatz nähern, und die (immer noch hohe) Inflation zurückgeht, sind lateinamerikanische Anleihen attraktiv bewertet und haben auch im Januar Mehrrenditen abgeworfen.

Ausblick 

Die Märkte achten inzwischen mehr auf Wachstumsdaten sowie mögliche Zinssenkungen und weniger auf die Inflation. In den Industrieländern blieben weitere Zinserhöhungen aus, in den USA erwarten die Märkte erste Zinssenkungen bereits im zweiten Quartal 2024. Das robuste Wachstum der US-Wirtschaft und die sinkende Inflation nähren weiterhin die Hoffnung auf eine sanfte Landung, allerdings befindet sich zumindest das verarbeitende Gewerbe offenbar in einer Rezession. Die Weltwirtschaft hat deutlich an Schwung verloren; in der Eurozone, in Großbritannien und in China ist ein Abschwung erkennbar. Im Dezember haben wir deutliche Kurskorrekturen gesehen, nach guten Arbeitsmarkt- und Wachstumsdaten im Januar hat sich dieser Trend jedoch wieder umgekehrt. Die Effektivzinsen sind aus unserer Sicht weiterhin attraktiv, in der Vergangenheit haben Anleihen unter diesen Bedingungen in den anschließenden sechs bis zwölf Monaten hohe Renditen abgeworfen. 

 

1 Quelle: Bloomberg Global Aggregate Credit Index, 31. Dezember 2023 bis 31. Januar 2024.

2 Quelle: JP Morgan EMBI Global Diversified Index, 31. Dezember 2023 bis 31. Januar 2024.

3 Global High Yield Average OAS Index, 31. Dezember 2023 bis 31. Januar 2024.

4 Quelle: Vanguard und JP Morgan. Berechnung des durchschnittlichen Spread auf Grundlage des JP Morgan Emerging Market Bond Index (EMBI) Global Diversified Index im Vergleich zu US-Staatsanleihen. Monatliche Spread-Veränderung für den Zeitraum vom 31. Dezember 2023 bis zum 31. Januar 2024.

5 Quelle: Vanguard und JP Morgan. Berechnung des durchschnittlichen Spread auf Grundlage des JP Morgan Emerging Market Bond Index (EMBI) Global Diversified Index im Vergleich zu US-Staatsanleihen. Monatliche Spread-Veränderung für den Zeitraum vom 31. Dezember 2023 bis zum 31. Januar 2024.

6 Quelle: J.P. Morgan EMBI Global Diversified Index, 31. Dezember 2023 bis 31. Januar 2024.

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