Vanguard Fixed Income Forum 2022: Stability amid the volatility

Sehen Sie sich jetzt an, was unsere Anleihe-Expert:innen am 17. März mit externen Wirtschaftsspezialist:innen diskutierten – von Schwellenländeranleihen über globale Anleihen bis zu ESG.

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Ein Kommentar von Kunal Mehta, Head of Fixed income Specialist Team

Für die Anleihemärkte war der April ein schwieriger Monat. Anleger:innen befürchten Fehler der Zentralbanken bei der Inflationsbekämpfung; Lockdowns in China und der Ukraine-Krieg belasteten die Stimmung zusätzlich.

Marktbericht April

Globale Staatsanleihen Unternehmensanleihen EM-Anleihen
  Vereinigtes Königreich Europa USA High-Yield  
Bloomberg Global Aggregate Treasuries (USD Hedged) Bloomberg Global Aggregate GBP Corporate (USD Hedged) Bloomberg Global Aggregate EUR Corporate (USD Hedged) Bloomberg Global Aggregate USD Corporate (USD Hedged) Bloomberg Global High Yield (USD Hedged) JP Morgan Emerging Markets Bond Index EMBI Global Diversified (USD Hedged)
-2,21% -3,17% -2,50% -5,04% -3,51% -5,59%

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Erträge. Die Wertentwicklung eines Index ist keine exakte Darstellung einer bestimmten Anlage, da Anleger nicht direkt in einen Index investieren können.

Quelle: Bloomberg, 31. März 2022 bis 29. April 2022. Als Näherungswert für den jeweiligen Markt werden Indizes von Bloomberg verwendet.

Staatsanleihen

In den meisten Industrieländern stiegen die Renditen auf Staatsanleihen entlang der gesamten Zinskurve. Die Effektivverzinsung zehnjähriger US-Treasuries lag Ende des Monats um 60 Basispunkte höher, die Zinskurve stieg leicht an. In Deutschland war die Lage ähnlich, zehnjährige Bundesanleihen notierten Ende April um 40 Basispunkte höher als zu Monatsbeginn. Auch in Großbritannien stiegen die Renditen, die Zinskurve flachte jedoch ab, da die Zinsen am kurzen Ende der Kurve stärker anstiegen als bei langen Laufzeiten1.

Unternehmensanleihen

Wegen der sinkenden Risikobereitschaft stiegen die Risikoaufschläge auf breiter Front, im Durchschnitt lagen die Spreads des Bloomberg Global Aggregate Credit zum Monatsende um 15 Basispunkte höher. Auch High-Yield- und Schwellenländer-Anleihen warfen höhere Aufschläge ab2.

Bisher haben die Ergebnisse des ersten Quartals die Erwartungen weitgehend übertroffen, wenn auch nur moderat. Die meisten Unternehmen konnten die steigenden Rohstoff- und Energiekosten an die Verbraucher:innen weitergeben, Energie und Grundstoffunternehmen profitieren von steigenden Rohstoffpreisen und konnten hervorragende Quartalsergebnisse vorlegen. Der Technologiesektor enttäuschte etwas, die Giganten Amazon und Netflix meldeten schwache Umsätze. Im Bankensektor lagen die Ergebnisse im ersten Quartal dank starker Umsatz- und Handelserträge sowie begrenzter Rückstellungen für Kreditausfälle weitgehend über den Erwartungen.

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht jetzt der Ukraine-Krieg und insbesondere die drohende Energiekrise in Europa. Energieintensive Branchen wie die Automobilindustrie, die chemische Industrie und das verarbeitende Gewerbe werden den Druck schon in den kommenden Monaten spüren, doch grundsätzlich stellen steigende Energiepreise jede Branche vor Probleme. Zusätzlich angeheizt werden die Rohstoffpreise durch Lieferstörungen, die durch den Krieg in der Ukraine und inzwischen auch durch Covid-Lockdowns in China verschärft werden. 

Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen

Quelle: Bloomberg-Indizes: Global Aggregate Credit Average OAS Index, Global Aggregate Supranational Index, US Aggregate Corporate Average OAS Index, Euro Aggregate Corporate Average OAS Index, Sterling Aggregate Corporate Average OAS Index, US Aggregate ABS Average OAS Index, US Aggregate CMBS Average OAS Index, Global High Yield Average OAS Index. J.P. Morgan EMBI Global Diversified IG Sovereign Spread Index, J.P. Morgan EMBI Global Diversified HY Sovereign Spread Index. Stand: 29. April 2022.

Anleger:innen ziehen weiterhin Geld aus Investment Grade-Fonds ab, der Ukraine-Krieg, die höchste Inflation seit vielen Jahren, schwache Konjunkturprognosen und rasant steigende Zinsen belasten die Stimmung.

Das Emissionsvolumen blieb im April hinter den ohnehin schon niedrigen Markterwartungen zurück, viele Neuemissionen fanden zudem keine Abnehmer, was zu einer Ausweitung der Zinskurven am Sekundärmarkt führte. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Emissionsvolumen nach Ende der Berichtssaison steigen werden, zumal viele Emittenten nach Refinanzierungsmöglichkeiten suchen werden, bevor die Zinsen weiter steigen. Trotz der anhaltenden Volatilität gehen wir weiterhin davon aus, dass das Emissionsvolumen in diesem Jahr mindestens das Niveau des Vorjahres erreichen wird.

Schwellenländer

Nach einer kurzen Atempause im März erlebten die Schwellenländer erneut einen schwierigen Monat, die restriktive Haltung der US-Notenbank (Fed), eine mögliche Konjunkturabkühlung und schrumpfende Gewinnmargen belasteten den Markt. EM-Anleihen beendeten den Monat mit einem Verlust von 5,6 % (-3,8 % bei risikofreien US-Staatsanleihen und -1,9 % durch steigende Risikoaufschläge). Nach Kursrückgängen durch steigende US-Zinsen und geopolitische Spannungen sind Anleihen aus Schwellenländern allerdings inzwischen günstiger bewertet3.

High-Yield- und Investment Grade-Anleihen aus Schwellenländern schnitten im April ähnlich schlecht ab, die Anleihen der Mitglieder des Golf-Kooperationsrates entwickelten sich besser als der EM-Anleihemarkt insgesamt. Investment Grade-Unternehmensanleihen aus Schwellenländern konnten US-Unternehmensanleihen im April abhängen, seit Jahresbeginn sind die Risikoaufschläge um 20 Basispunkte gesunken.

EM-Risikoaufschläge

Quellen: Bloomberg, JP Morgan und Vanguard; 31. März 2022 bis 29. April 2022.

Die technischen Daten wirkten sich im April günstig auf EM-Anleihen aus, das Emissionsvolumen war begrenzt und die Kapitalabflüsse ließen im Vergleich zum Vormonat nach. Mehrere High-Yield-Emittenten, darunter Angola und Südafrika, begaben Anfang April neue Anleihen und trugen so zu einem monatlichen Bruttoemissionsvolumen von 6,1 Mrd. USD bei, das jedoch durch hohe Kupon- und Tilgungszahlungen mehr als ausgeglichen wurde.

Ausblick

Wegen der anhaltend hohen Volatilität halten wir an unserer konservativen und defensiven Strategie fest und halten hohe Barreserven zurück. Wir sehen Potenzial bei Unternehmensanleihen, auch wenn viele der risikoarmen Emittenten aus unserer Sicht zu hoch bewertet und riskantere Anleihen anfällig für Stimmungsschwankungen sind. Daher haben wir unser Exposure auf Unternehmensanleihen in den letzten Monaten weiter reduziert und konzentrieren uns jetzt auf Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten. Anders als vor über einem Jahr sind Übergewichtungen bestimmter Sektoren, Geschäftsmodelle oder Bonitätskategorien in diesem Umfeld wenig vielversprechend.

Der Ausblick für die Schwellenländer hat sich etwas verdüstert, durch sinkende Risikoaufschläge entstehen jedoch auch neue Chancen. Einige High-Yield-Unternehmensanleihen aus Schwellenländern sind aus unserer Sicht zu pessimistisch bewertet, im Investment Grade-Segment haben wir mehrere Emittenten identifiziert, die nach dem Anstieg der US-Treasury-Renditen einen angemessenen Spread-Puffer bieten. Wir halten an unseren überdurchschnittlich hohen Barreserven fest, zumal Emittenten wahrscheinlich nur gegen höhere Zinsen Abnehmer finden werden, wenn der Primärmarkt wieder anspringt.

 

1 Quelle: Bloomberg per 29. April 2022.

2 Quelle: Bloomberg und JP Morgan; Stand: 29. April 2022.

3 Quelle: JP Morgan; Stand: 29. April 2022.

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

Manche Fonds investieren in Schwellenländern, die im Vergleich zu entwickelteren Märkten volatiler sein können. Infolgedessen kann der Wert Ihrer Anlagen steigen oder fallen.

Fonds, die in festverzinsliche Wertpapiere investieren, bergen das Risiko eines Zahlungsausfalls bei Rückzahlungen und einer Beeinträchtigung des Kapitalwerts Ihrer Investition. Außerdem kann das Ertragsniveau schwanken. Änderungen der Zinssätze haben wahrscheinlich Auswirkungen auf den Kapitalwert von festverzinslichen Wertpapieren. Unternehmensanleihen können höhere Erträge abwerfen, bergen aber auch ein höheres Kreditrisiko. Dadurch steigt das Risiko eines Zahlungsausfalls bei Rückzahlungen und einer Beeinträchtigung des Kapitalwerts Ihrer Investition. Das Ertragsniveau kann schwanken und Änderungen der Zinssätze haben wahrscheinlich Auswirkungen auf den Kapitalwert von Anleihen.

Wichtige allgemeine Hinweise

Nur für professionelle Anleger (nach den Kriterien der MiFID II-Richtlinie), die auf eigene Rechnung investieren (einschließlich Verwaltungsgesellschaften (Dachfonds) und professionelle Kunden, die im Namen ihrer diskretionären Kunden investieren).  In der Schweiz nur für professionelle Anleger. Nicht für die öffentliche Verbreitung bestimmt.

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