Ein Kommentar von Vanguard Chief Investment Officer Greg Davis.

Vanguard empfiehlt Anlegern grundsätzlich einen langfristigen Anlagehorizont. Warum das so ist, wurde zuletzt an zwei Handelstagen im Januar deutlich.

Am 20. Januar stiegen die Kurse den ganzen Tag über deutlich an, der Technologie-Index Nasdaq legte in der Spitze um fast 2% zu. Gegen Ende des Tages setzte jedoch eine Verkaufswelle ein, die Gewinne lösten sich in Luft auf. Nur zwei Handelstage später, am 24. Januar, passierte das Gegenteil: Der Standard & Poor‘s 500, der Index der größten US-Unternehmen verlor zunächst 4%, beendete den Tag jedoch nach Kursgewinnen zu Handelsschluss im Plus.

Wer die wilden Ausschläge nicht gesehen hat, hätte die Kursbewegungen an beiden Tagen wahrscheinlich für unauffällig gehalten. Wir waren schon immer überzeugt, dass Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont nicht auf das tägliche Auf und Ab an den Märkten achten sollten.

Weitere Volatilität ist wahrscheinlich

Natürlich hätten sich die Entwicklungen nicht vermeiden lassen, die die Finanzmärkte zu Jahresbeginn so in Aufruhr versetzt haben. Zwei der wichtigsten Faktoren – steigende Inflation und eine Pandemie, die einfach kein Ende nimmt – erleben wir jeden Tag. Dazu kommt die US-Notenbank, die nach unserer Einschätzung schnell handeln und die Inflation eindämmen muss, wie Vanguard Global Chief Economist Joe Davis erst vor Kurzem in einem Kommentar schrieb. Unter diesen Bedingungen kann man sich weitere Volatilitätsausschläge leicht vorstellen, ebenso wie Kursverluste an den Börsen, die ja von den niedrigen Zinsen profitieren.

Ein Blick zurück kann jedoch helfen, die Ruhe zu bewahren. Wie die Grafik zeigt, ist Volatilität eine Konstante und steigt in der Regel dann an, wenn die Kurse an den Aktienmärkten über längere Zeit fallen.

Volatilität und langfristige Kursgewinne

Hinweise: Untertägige Volatilität ist definiert als die Bandbreite der täglichen Handelspreise des S&P 500 Index ([Höchstkurs – Tiefstkurs]/Öffnungskurs]. Phasen längerer Volatilität, die über dem langfristigen Durchschnitt liegt, hatten, wie man sehen kann, in dem entsprechenden Zeitraum bisweilen deutliche Kursverluste zur Folge. Der Indexwert ist jedoch in Zeiten anhaltend hoher Volatilität auch gestiegen.  

Quellen: Berechnungen von Vanguard auf Grundlage von Daten von Refinitiv Datastream; Stand: 21. Januar 2022. Die Daten wurden am 24. Januar 2022 abgerufen.

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Erträge. Die Wertentwicklung eines Index ist keine exakte Darstellung einer bestimmten Anlage, da Anleger nicht direkt in einen Index investieren können.

Was Anleger beachten sollten: Auf die unvermeidlichen Täler folgten stets neue Kursrekorde. Deshalb investieren wir weiterhin für unsere langfristigen Ziele wie unseren Ruhestand. Unsere Ziele sollten vorgeben, wie wir unser Geld anlegen. Und sie sollten, wie wir in unseren Prinzipien für erfolgreiche Vermögensanlage betonen, auf realistischen Renditeprognosen beruhen.

Zeit für Balance und Disziplin

In unserem Wirtschafts- und Marktausblick 2022 gehen wir auf unsere langfristigen Prognosen für die Aktienmärkte ein, die nicht pessimistisch, aber doch moderat ausfallen. Zu Beginn der Pandemie mussten Regierungen und Zentralbanken ihre Volkswirtschaften massiv stützen. Wie sich das neue Jahr entwickelt, wird auch davon abhängen, inwieweit sie ihre Konjunkturmaßnahmen jetzt zurückfahren werden.

Für die Anleihemärkte sind wir optimistischer, denn seit 2020 sind die Zinsen geringfügig gestiegen. Damit liegen sie zwar noch immer auf historischen Tiefständen, dennoch haben wir unsere Prognosen entsprechend angepasst. (Für Anleger sind steigende Zinsen ein Silberstreif am Horizont, wie eine aktuelle Analyse von Vanguard zeigt.)

Die Politik steht in den kommenden Monaten vor einem Balanceakt: Regierungen und Zentralbanken müssen schwierige Entscheidungen treffen, die erhebliche Auswirkungen auf Wachstum, Inflation und Kapitalmarktrenditen haben könnten. Anleger könnten sich derweil schwertun, an ihrem langfristigen Plan festzuhalten, wenn eine Kurskorrektur näher rückt (oder bereits begonnen hat) oder die Kurse um 10% oder mehr fallen.

Unsere Empfehlung an Anleger bleibt gleich: Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen, ignorieren Sie Schlagzeilen, die zu impulsiven Entscheidungen verleiten können, verlieren Sie Ihre Ziele nicht aus den Augen und vertrauen Sie auf die Geschichte, die bisher immer diejenigen belohnt hat, die langfristig denken.

WICHTIGER HINWEIS: Die Prognosen sowie andere Informationen, die von dem Vanguard Capital Markets Model® (VCCM) generiert werden und die Wahrscheinlichkeit verschiedener Anlageergebnisse zum Gegenstand haben, sind naturgemäß hypothetisch, stellen keine tatsächlichen Anlageergebnisse dar und garantieren keine zukünftigen Erträge.

Die Verteilung der Renditen des VCMM wird aus 10.000 Simulationen für jede modellierte Assetklasse abgeleitet. Die Ergebnisse des Modells können mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit variieren. Die Prognosen des VCMM basieren auf statistischen Analysen und historischen Daten. Zukünftige Renditen können von den im VCMM erfassten historischen Mustern abweichen. Noch wichtiger ist jedoch, dass das VCMM extrem negative Szenarios unterschätzen kann, die in den historischen Zeiträumen, auf denen die Modellschätzungen beruhen, nicht vorkamen.

Das Vanguard Capital Markets Model® ist ein firmeneigenes Finanz-Simulationsinstrument. Es wurde von den primären Investment-Research- und Beratungsteams von Vanguard entwickelt und wird von diesen gewartet. Das Modell prognostiziert die Verteilung zukünftiger Renditen für zahlreiche Assetklassen. Zu diesen Assetklassen gehören: US-amerikanische und internationale Aktienmärkte, die Märkte für mehrere US Treasury-Laufzeiten und Unternehmensanleihen, internationale Rentenmärkte, US-Geldmärkte, Rohstoffe sowie bestimmte alternative Anlagestrategien. 
Die theoretische und empirische Grundlage des Vanguard Capital Markets Model ist die Beziehung zwischen Rendite und Risiko: Die Renditen zahlreicher Assetklassen sind der von Anlegern im Gegenzug für bestimmte Arten von systematischem Risiko (Beta) verlangte Ausgleich. Das Modell beruht im Kern auf Schätzungen der dynamischen statistischen Beziehung zwischen Risikofaktoren und Asset-Renditen. Diese erhalten wir durch statistische Analyse monatlicher Finanz- und Wirtschaftsdaten, die bis in das Jahr 1960 zurückreichen. Mithilfe eines Systems von Gleichungsschätzungen führt das Modell eine Monte Carlo-Simulation durch, um die geschätzten Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren und Assetklassen sowie Ungewissheit und Zufälle langfristig zu prognostizieren. Das Modell generiert eine große Anzahl simulierter Ergebnisse für jede Assetklasse über verschiedene Zeiträume. Die Prognosen werden durch Berechnung der Zentraltendenzen in diesen Simulationen gewonnen. Die Ergebnisse des Modells variieren mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit. 

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

Die frühere Wertentwicklung gibt keinen verlässlichen Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Die simulierte frühere Wertentwicklung gibt keine verlässlichen Hinweise auf zukünftige Ergebnisse.

Jegliche Prognosen sollten als hypothetischer Natur betrachtet werden und spiegeln keine zukünftigen Ergebnisse wider bzw. garantieren diese nicht.

Wichtige allgemeine Hinweise

Nur für professionelle Anleger (nach den Kriterien der MiFID II-Richtlinie), die auf eigene Rechnung investieren (einschließlich Verwaltungsgesellschaften (Dachfonds) und professionelle Kunden, die im Namen ihrer diskretionären Kunden investieren). In der Schweiz nur für professionelle Anleger. Nicht für die öffentliche Verbreitung bestimmt.

Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen sind nicht als Angebot oder Angebotsaufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren zu verstehen, wenn in einem Land ein solches Angebot oder eine solche Aufforderung rechtswidrig ist, wenn Personen betroffen sind, denen ein solches Angebot oder eine solche Aufforderung gesetzlich nicht gemacht werden darf, oder wenn derjenige, der das Angebot oder die Aufforderung macht, dafür nicht qualifiziert ist. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Sie dürfen sich deshalb bei Anlageentscheidungen nicht auf den Inhalt dieses Dokuments verlassen.

Im EWR herausgegeben von der Vanguard Group (Ireland) Limited, die in Irland von der irischen Zentralbank reguliert wird.

In der Schweiz herausgegeben von Vanguard Investments Switzerland GmbH.

Herausgegeben von Vanguard Asset Management, Limited, die in Großbritannien von der Financial Conduct Authority zugelassen ist und von ihr reguliert wird.

© 2022 Vanguard Group (Irland) Limited. Alle Rechte vorbehalten.

© 2022 Vanguard Investments Switzerland GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

© 2022 Vanguard Asset Management, Limited. Alle Rechte vorbehalten.

965