• Steigende Inflation und eine restriktivere Geldpolitik können Sorgen bei Anleger:innen auslösen, die ihr Geld in aktive Anleihefonds investiert haben.
  • Noch neben Risiken eröffnet ein solches Marktumfeld jedoch auch Chancen für aktive Manager.
  • Festverzinsliche Wertpapiere sollen ein Portfolio stabilisieren, was in Zeiten hoher Unsicherheit noch wichtiger wird.

 

Ein Kommentar von Kelly Gemmell, Investment Product Manager, Vanguard Europe

Steigende Inflation und eine restriktivere Geldpolitik können Anleger:innen beunruhigen, die ihr Geld in aktive Anleihefonds investiert haben.

Eine restriktivere Geldpolitik war bereits beschlossene Sache, noch bevor der Einmarsch Russlands in der Ukraine die Energiepreise in die Höhe trieb. Mittlerweile bedrohen steigende Rohstoffpreise Wachstum und Preisstabilität jedoch derart, dass die Märkte mehr Zinserhöhungen erwarten als noch vor sechs Monaten, wie sich den Zinsstrukturkurven von Staatsanleihen ablesen lässt: Besonders in der Mitte, also bei Anleihen mit mittlerer Laufzeit, sind die Kurven drastisch angestiegen.

 Die nachstehende Zinskurve von US-Treasuries beispielsweise sah im April ganz anders aus als im vergangenen September.

Zinskurve von US-Treasuries – September 2021 und April 2022

Quelle: Bloomberg: Stand: 11. April 2022.

Auch die Kreditrisikoaufschläge sind gestiegen, was auf sinkende Gewinnprognosen hindeutet. Besonders ölabhängige Unternehmen wie Fluggesellschaften müssen für ihre Anleihen inzwischen höhere Prämien zahlen.

Die Aufgabe von Anleihen in einem diversifizierten Portfolio

In einem solchen Umfeld sollten Anleger:innen sich daran erinnern, warum sie in Anleihen investieren: Festverzinsliche Wertpapiere sollen ein Portfolio stabilisieren, was in Zeiten hoher Unsicherheit eher noch wichtiger wird. Bei steigenden Zinsen sorgen risikoarme Anleihen für Einkommen, Kapitalerträge und Liquidität, außerdem diversifizieren sie riskantere Positionen.

Und bei Unternehmensanleihen hat die Kombination aus steigenden risikofreien Zinssätzen (Staatsanleihen aus Industrieländern) und Risikoaufschlägen zu höheren Nominalrenditen (der Rendite vor Abzug der Inflation) geführt, was die kaufkraftzehrende Wirkung der Inflation reduzieren, die Auswirkungen steigender Zinssätze abfedern und auch Portfolioverluste begrenzen kann.

Risiken und Chancen für aktive Fonds

Steigende Zinsen und höhere Volatilität bergen Risiken für aktive Anlagestrategien, können jedoch auch neue Chancen eröffnen.

Kelly Gemmell, Investment Product Manager, Vanguard Europe

Volatile Märkte mit schnellen Richtungsänderungen stellen eine Gefahr für aktive Strategien dar, die vor allem taktische Wetten auf bestimmte Kursrichtungen abschließen. Gehen ihre Beta-Wetten nicht auf, drohen erhebliche Verluste. Zusätzlich sorgen solche Strategien für Verwirrung darüber, aus welchen Quellen aktive Anleihefonds Renditen abschöpfen sollten. Wir sind überzeugt, dass aktive Fonds Alpha generieren und keine Beta-Wetten eingehen sollten.

Mit Alpha-Strategien, die durch „echte“ Wertpapierauswahl diversifizierte Renditequellen abschöpfen und auf riskantere Top-down-Richtungswetten verzichten, können Anleger:innen das Potenzial der Anleihemärkte vollständig ausschöpfen und ihre Verlustrisiken begrenzen. Grundsätzlich kann eine solche Strategie den Wert eines aktiven Portfolios in jedem Marktumfeld effektiv steigern, ist jedoch in Stressphasen besonders wertvoll.

Die richtigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Alpha-Strategie

An den globalen Märkten für Unternehmensanleihen finden Anleger:innen zahlreiche potenzielle Alpha-Quellen, denn höhere Volatilität sowie steigende Inflation und Finanzierungskosten für Emittenten haben größere Abweichungen zwischen riskanteren und weniger riskanten Anleihen zur Folge.

Die Kreditanalysten von Vanguard haben unter anderem untersucht, welche Unternehmen steigende Inputkosten eher weitergeben und so ihre Margen schützen können. Hier kommt der Due-Diligence-Prüfung besondere Bedeutung zu. Unsere Analysten berücksichtigen stets die individuellen Umstände einzelner Sektoren und Unternehmen und beschränken sich nicht nur auf die offensichtlichen Profiteure (z. B. Ölgesellschaften), sondern suchen auch nach anderen Unternehmen mit Preismacht.

In der zyklischen Automobilindustrie beispielsweise kommen Volumen und Preise schnell unter Druck, wenn das Einkommen der Verbraucher sinkt und die Konjunktur abkühlt; zuletzt haben Lieferengpässe die Preismacht jedoch verlagert und die Gewinne der Unternehmen gestützt. Maßgeblich für eine eventuelle Anlageentscheidung ist hier, wie sich diese Bedingungen auf einzelne Unternehmen auswirken – und ob dies eingepreist ist oder nicht.

Auch in den Schwellenländern kann steigende Volatilität bestimmte Risikofaktoren verschärfen, weshalb auch hier sorgfältige Auswahl und Relative Value-Analysen von entscheidender Bedeutung sind. Das Ziel ist beständiges Alpha im Rahmen einer Strategie, die das Risiko-/Renditeprofil der Assetklasse richtig abbildet und dabei auf „Crowded Trades“ (Positionen in Anleihen mit ungewöhnlich hohen Mittelzuflüssen), extreme Risikoszenarien und das Beta-Exposure achtet.

Die Märkte haben in letzter Zeit auch viele „schlechte Nachrichten“ für EM-Anleihen eingepreist, was die Bewertungen attraktiver macht und neue Chancen eröffnet.

Wir sehen uns mit unseren aktiven Anleihefonds auf dem richtigen Weg, um Anleger:innen durch die Unsicherheit des aktuellen Marktumfelds zu steuern.

Unsere aktiven, intern gemanagten Anleihefonds

Vanguard Emerging Markets Bond Fund

Vanguard Global Credit Bond Fund

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

Manche Fonds investieren in Schwellenländern, die im Vergleich zu entwickelteren Märkten volatiler sein können. Infolgedessen kann der Wert Ihrer Anlagen steigen oder fallen.

Fonds, die in festverzinsliche Wertpapiere investieren, bergen das Risiko eines Zahlungsausfalls bei Rückzahlungen und einer Beeinträchtigung des Kapitalwerts Ihrer Investition. Außerdem kann das Ertragsniveau schwanken. Änderungen der Zinssätze haben wahrscheinlich Auswirkungen auf den Kapitalwert von festverzinslichen Wertpapieren. Unternehmensanleihen können höhere Erträge abwerfen, bergen aber auch ein höheres Kreditrisiko. Dadurch steigt das Risiko eines Zahlungsausfalls bei Rückzahlungen und einer Beeinträchtigung des Kapitalwerts Ihrer Investition. Das Ertragsniveau kann schwanken und Änderungen der Zinssätze haben wahrscheinlich Auswirkungen auf den Kapitalwert von Anleihen.

Wichtige allgemeine Hinweise

Nur für professionelle Anleger (nach den Kriterien der MiFID II-Richtlinie), die auf eigene Rechnung investieren (einschließlich Verwaltungsgesellschaften (Dachfonds) und professionelle Kunden, die im Namen ihrer diskretionären Kunden investieren). In der Schweiz nur für professionelle Anleger. Nicht für die öffentliche Verbreitung bestimmt.

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