
Robustes Wachstum, vorsichtige Zentralbanken
Die Wirtschaft trotzt geopolitischen Krisen und hohen Energiekosten, doch die Zentralbanken reagieren mit Vorsicht auf die hartnäckige Inflation.

Die Wirtschaft trotzt geopolitischen Krisen und hohen Energiekosten, doch die Zentralbanken reagieren mit Vorsicht auf die hartnäckige Inflation.
Die US-Wirtschaft wächst weiter. Um die hohe Nachfrage nach KI-Anwendungen zu bedienen, investieren Unternehmen weiterhin in den Ausbau der Infrastruktur – und halten die Wachstumsrate über der 2%-Marke. Auch die Konsumausgaben haben sich dank günstiger Steuerpolitik und dem hohen Vermögen privater Haushalte weitgehend im Rahmen der Erwartungen entwickelt, allerdings könnte ein schwächeres Wachstum der Realeinkommen die Nachfrage bis Jahresende belasten.
Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor stabil. Zwar wird das Beschäftigungswachstum voraussichtlich zurückgehen und in den kommenden Monaten zu einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit führen, breiter gefasste Indikatoren zeigen jedoch weiterhin ein annähernd neutrales Niveau an. Wir sehen in den aktuellen Entwicklungen keine Anzeichen für eine nennenswerte Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.
Allerdings ist nicht nur das Wachstum robust, auch die Inflation bleibt hartnäckig: Auch wenn sich der Preisdruck zum Teil durch Messprobleme und vorübergehende Faktoren erklären lässt, stagniert die Inflation anscheinend nur knapp unter der 3%-Marke. Wir gehen daher davon aus, dass die US-Zentralbank ihren Leitzins stabil halten wird, wobei die Risiken einer Zinsanhebung inzwischen überwiegen, sollte die Inflation nicht zurückgehen oder die Lage am Arbeitsmarkt stabil bleiben.
Wirtschaftsprognosen USA
Anmerkungen: Das BIP-Wachstum ist definiert als die Veränderung des realen (inflationsbereinigten) BIP im vierten Quartal des Prognosejahres gegenüber dem Vorjahr. Arbeitslosenquote per Dezember des jeweiligen Jahres. Die Kerninflation entspricht der prozentualen Veränderung des Preisindexes der persönlichen Konsumausgaben (ohne die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise) gegenüber dem Vorjahr zum Ende des jeweiligen Jahres. Die Geldpolitik entspricht dem gerundeten Mittelwert des Zielbands der US Federal Reserve für den Leitzins zum Jahresende.
Quelle: Vanguard.
Hinweis: Alle Anlagen unterliegen Risiken, darunter dem möglichen Verlust des eingesetzten Kapitals.
Der Inflationsdruck lässt inzwischen nach, weshalb wir unsere Inflationsprognosen und unsere Erwartungen an zukünftige Zinserhöhungen angepasst haben.
Die Gesamtinflation ist im Juni auf 2,6% gesunken. Zwar rechnen die privaten Haushalte längerfristig weiterhin mit einer hohen zukünftigen Inflationsrate, aktuelle Daten zeigen jedoch sinkenden Inflationsdruck an, weshalb wir unsere Kerninflationsprognose zum Jahresende auf 2,6% senken.
Außerdem gehen wir inzwischen davon aus, dass die Bank of England (BoE) ihren Leitzins bis einschließlich 2027 unverändert bei 3,75% belassen wird.
Da hohe Energiekosten und angespannte Finanzkonditionen die Nachfrage belasten, dürfte das Wachstum bis Jahresende zurückgehen und im kommenden Jahr, wenn der Energiepreisschock nachlässt, weitestgehend stabil bei 1,2% liegen.
Der Antritt des neuen Premierministers und seines neuen Finanzministers im Juli haben die Unsicherheit rund um die britische Haushaltspolitik verstärkt, allerdings bekennt sich die neue Regierung zu solider Finanzpolitik. Etwaige Änderungen dürften daher schrittweise umgesetzt werden, weshalb wir nur mit geringfügigen Anpassungen im finanzpolitischen Kurs des Landes rechnen.
Wirtschaftsprognosen Großbritannien
Anmerkungen: Das BIP-Wachstum ist definiert als die Veränderung des realen (inflationsbereinigten) BIP im Prognosejahr gegenüber dem Vorjahr. Arbeitslosenquote per Dezember des jeweiligen Jahres. Die Kerninflation entspricht der prozentualen Veränderung des Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (ohne die volatilen Preise für Lebensmittel, Energie, Alkohol und Tabak) gegenüber dem Vorjahr auf Grundlage des Durchschnitts im vierten Quartal des jeweiligen Jahres. Die Geldpolitik entspricht dem Leitzins der Bank of England zum Jahresende.
Quelle: Vanguard.
Anmerkungen: Alle Anlagen unterliegen Risiken, darunter dem möglichen Verlust des eingesetzten Kapitals.
Die Wirtschaft des Euroraums hat sich trotz erneuter geopolitischer Spannungen und höherer Energiekosten erstaunlich gut gehalten. Das Wachstum hat sich im zweiten Quartal beschleunigt, in allen vier großen Volkswirtschaften stieg die Wirtschaftsleistung ebenso wie die kurzfristigen Konjunkturindikatoren. Das verarbeitende Gewerbe konnte zulegen, die Stimmung verbesserte sich.
Wir rechnen weiterhin mit einer Wachstumsrate von 0,8% in diesem und mit einem Anstieg im kommenden Jahr, wenn die Wirkung der Energie- und Handelsschocks nachlässt. Die deutschen Staatsausgaben, insbesondere durch Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung, stützen die Konjunktur auch weiterhin.
Die Inflationsentwicklung entspricht weitestgehend den Erwartungen. Zwar wird die Gesamtinflation die Zielmarke aufgrund der hohen Energiekosten voraussichtlich überschreiten, wir sehen jedoch kaum Anzeichen für ein Ausufern der Inflationsraten. Die EZB dürfte den Leitzins bis Jahresende ein weiteres Mal anheben, bevor die Zinsen ab 2027 langsam sinken.
Wirtschaftsprognosen Euroraum
Anmerkungen: Das BIP-Wachstum ist definiert als die Veränderung des realen (inflationsbereinigten) BIP im Prognosejahr gegenüber dem Vorjahr. Arbeitslosenquote per Dezember des jeweiligen Jahres. Die Kerninflation entspricht der prozentualen Veränderung des harmonisierten Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (ohne die volatilen Preise für Lebensmittel, Energie, Alkohol und Tabak) gegenüber dem Vorjahr auf Grundlage des Durchschnitts im vierten Quartal des jeweiligen Jahres. Die Geldpolitik entspricht dem Zinssatz der Einlagefazilität der Europäischen Zentralbank zum Jahresende.
Quelle: Vanguard.
Hinweis: Alle Anlagen unterliegen Risiken, darunter dem möglichen Verlust des eingesetzten Kapitals.
Die japanische Wirtschaft wächst weiterhin in moderatem Tempo. Die Stimmung bleibt positiv und das Lohnwachstum stabil, zudem investieren die Unternehmen trotz geopolitischer Unsicherheit weiter. Investitionen in Künstliche Intelligenz sowie staatliche Fördermaßnahmen sollten die Folgen der höheren Energiekosten teilweise ausgleichen.
Zwar lässt der Inflationsdruck nach, dennoch dürften sich die höheren Inputkosten nach und nach auf die Verbraucherpreise auswirken. Die Kombination aus Wechselkurseffekten, steigenden Dienstleistungspreisen und der wachsenden Bereitschaft der Unternehmen, Kosten weiterzugeben, spricht für eine höhere Inflation in den kommenden Monaten.
Die Bank of Japan (BoJ) hält an ihrem eher restriktiven Kurs fest und hat ihre Wachstumsprognosen angehoben, zudem weist die BoJ auf das Risiko steigender Inflation hin. Wir rechnen mit zwei weiteren Zinserhöhungen bis Ende des Jahres sowie mit einem Leitzins von 2% zum Jahresende 2027.
Wirtschaftsprognosen Japan
Anmerkungen: Das BIP-Wachstum ist definiert als die Veränderung des realen (inflationsbereinigten) BIP im Prognosejahr gegenüber dem Vorjahr. Arbeitslosenquote per Dezember des jeweiligen Jahres. Die Kerninflation entspricht der prozentualen Veränderung des Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (ohne die volatilen Preise für frische Lebensmittel) gegenüber dem Vorjahr vom Dezember des jeweiligen Jahres. Die Geldpolitik entspricht dem Zielwert der Bank of Japan für den Tagesgeldsatz zum Jahresende.
Quelle: Vanguard.
Hinweis: Alle Anlagen unterliegen Risiken, darunter dem möglichen Verlust des eingesetzten Kapitals.
Chinas Wirtschaft hat im zweiten Quartal an Schwung verloren und konnte die Wachstumserwartungen nicht erfüllen. die schwache Binnennachfrage hat die robuste Industrieproduktion und hohe Exporte mehr als ausgeglichen, die Konjunkturdaten zeigen weiterhin eine wachsende Kluft zwischen der robusten Entwicklung auf der Angebotsseite und sinkender Verbrauchernachfrage an.
Positiv fällt die Entwicklung des BIP-Deflators ins Gewicht, der zum ersten Mal seit drei Jahren und zum Teil aufgrund gestiegener Energiepreise ins Plus gedreht ist. Ein dauerhaftes Ende des strukturellen Disinflationsdrucks in China sehen wir in dem Inflationsanstieg jedoch nicht.
Die Exporte dürften weiterhin vom globalen KI-Investitionszyklus profitieren, doch die Regierung dürfte eher auf eine bessere Implementierung bestehender haushalts- und geldpolitischer Maßnahmen setzen als auf ein umfangreiches Konjunkturpaket. Steigende Binnennachfrage ist nach wie vor eine entscheidende Voraussetzung für eine breitere und nachhaltigere Erholung, die bisher noch nicht erfüllt ist.
Wirtschaftsprognosen China
Anmerkungen: Das BIP-Wachstum ist definiert als die Veränderung des realen (inflationsbereinigten) BIP im Prognosejahr gegenüber dem Vorjahr. Arbeitslosenquote per Dezember des jeweiligen Jahres. Die Kerninflation entspricht der prozentualen Veränderung des Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (ohne die volatilen Preise für Lebensmittel und Energie) gegenüber dem Vorjahr vom Dezember des jeweiligen Jahres. Die Geldpolitik entspricht dem 7-Tages-Reverse-Repo-Satz per Jahresende.
Quelle: Vanguard.
Hinweis: Alle Anlagen unterliegen Risiken, darunter dem möglichen Verlust des eingesetzten Kapitals.
Nach der letzten Auswertung des Vanguard Capital Markets Model® (VCMM) haben wir unseren 10-Jahres-Ausblick für wichtige Märkte mit Daten per 30. Juni 2026 aktualisiert.
In den kommenden zehn Jahren erwarten wir die nachstehenden Nominalrenditen1 (jeweils in Landeswährung der Anlegerinnen und Anlegern in den entsprechenden Wirtschaftsräumen):
Großbritannien (Britisches Pfund)
Euroraum (Euro)
Schweiz (Schweizer Franken)
1 Die Zahlen beruhen auf einer Bereichsleiste mit einer Genauigkeit von 2 Punkten für Aktien bzw. 1 Punkt für Anleihen (jeweils um das 50. Perzentil).
Von wichtigen Anlageprinzipien bis zum Portfolioaufbau – mit unseren Multimedia-Anwendungen können Sie Ihr Anlagewissen vertiefen.
WICHTIGER HINWEIS: Die Prognosen sowie andere Informationen, die von dem Vanguard Capital Markets Model generiert werden und die Wahrscheinlichkeit verschiedener Anlageergebnisse zum Gegenstand haben, sind naturgemäß hypothetisch, stellen keine tatsächlichen Anlageergebnisse dar und garantieren keine zukünftigen Erträge. Die Verteilung der Renditeergebnisse des VCMM wird aus 10.000 Simulationen für jede modellierte Assetklasse abgeleitet. Die Ergebnisse des Modells können mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit variieren. Die Prognosen des VCMM basieren auf statistischen Analysen und historischen Daten. Zukünftige Renditen können von den im VCMM erfassten historischen Mustern abweichen. Noch wichtiger ist jedoch, dass das VCMM extrem negative Szenarios unterschätzen kann, die in den historischen Zeiträumen, auf denen die Modellschätzungen beruhen, nicht vorkamen.
Das Vanguard Capital Markets Model® ist ein proprietäres Finanzsimulationstool, das von der Investment Strategy Group von Vanguard entwickelt und gepflegt wird. Das Modell prognostiziert die Verteilung zukünftiger Renditen für zahlreiche Assetklassen. Zu diesen Assetklassen gehören die US-amerikanischen und internationalen Aktienmärkte, US-Treasuries und Unternehmensanleihen mit verschiedenen Laufzeiten, internationale Anleihemärkte, US-Geldmärkte, Rohstoffe sowie bestimmte alternative Anlagestrategien. Die theoretische und empirische Grundlage des Vanguard Capital Markets Model ist die Beziehung zwischen Rendite und Risiko: Die Renditen zahlreicher Assetklassen sind der von Anlegern im Gegenzug für bestimmte Arten von systematischem Risiko (Beta) verlangte Ausgleich. Den Kern des Modells bilden Schätzungen der dynamischen statistischen Beziehung zwischen Risikofaktoren und Vermögensrenditen, die durch statistische Analysen auf der Grundlage verfügbarer monatlicher Finanz- und Wirtschaftsdaten gewonnen werden. Mithilfe eines Systems von Gleichungsschätzungen führt das Modell eine Monte Carlo-Simulation durch, um die geschätzten Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren und Assetklassen sowie Ungewissheit und Zufälle langfristig zu prognostizieren. Das Modell generiert eine große Anzahl simulierter Ergebnisse für jede Assetklasse über verschiedene Zeiträume. Die Prognosen werden durch Berechnung der Zentraltendenzen in diesen Simulationen gewonnen. Die Ergebnisse des Modells variieren mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit.
Der Wert des VCMM liegt primär in seiner Anwendung für die Analyse potenzieller Kundenportfolios. VCMM-Prognosen für einzelne Assetklassen – bestehend aus Verteilungen der erwarteten Renditen, Volatilitäten und Korrelationen – sind der Schlüssel zur Bewertung potenzieller Verlustrisiken, verschiedener Risiko-Rendite-Zielkonflikte sowie der Diversifizierungsvorteile unterschiedlicher Anlageklassen. Zwar werden mit jeder Renditeverteilung auch Zentraltendenzen generiert, allerdings lassen sich die Ergebnisse des VCMM am effektivsten nutzen, indem man das gesamte Spektrum möglicher Ergebnisse für die untersuchten Assetklassen betrachtet.
Das VCMM generiert ein breites Spektrum möglicher Ergebnisse und soll so die Unsicherheit von Prognosen darstellen. Es ist wichtig zu verstehen, dass das VCMM den Renditeverteilungen keine „Normalität“ aufzwingt, sondern vielmehr von den sogenannten „Fat Tails“ (Extremrisiken) und der Schiefe in der empirischen Verteilung der modellierten Assetklassenrenditen beeinflusst wird. Innerhalb eines breiten Ergebnisspektrums können Anlegerinnen und Anleger sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielen, was die Vielfältigkeit der möglichen zukünftigen Pfade unterstreicht. Tatsächlich ist dies einer der wichtigsten Gründe, warum wir Renditeprognosen als Verteilung darstellen.
Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken
Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihre Investitionen erleiden.
Jegliche Prognosen sollten als hypothetischer Natur betrachtet werden und spiegeln keine zukünftigen Ergebnisse wider bzw. garantieren diese nicht.
Wichtige allgemeine Hinweise
Nur für professionelle Anleger (nach den Kriterien der MiFID II-Richtlinie), die auf eigene Rechnung investieren (einschließlich Verwaltungsgesellschaften (Dachfonds) und professionelle Kunden, die im Namen ihrer diskretionären Kunden investieren). In der Schweiz nur für professionelle Anleger. Nicht für die öffentliche Verbreitung bestimmt.
Die hier enthaltenen Informationen sind nicht als Angebot zum Kauf oder Verkauf oder als Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren in einer Rechtsordnung zu betrachten, in der ein solches Angebot oder eine solche Aufforderung gegen das Gesetz verstößt, oder an Personen, denen gegenüber es rechtswidrig ist, ein solches Angebot oder eine solche Aufforderung zu machen, oder wenn die Person, die das Angebot oder die Aufforderung abgibt, nicht qualifiziert ist, dies zu tun.
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