Webinar: ESG erfolgreich ins Portfolio integrieren

Wie unterscheidet man zwischen den verschiedenen ESG-Methoden, ESG-Ratings und was können Ihre Entscheidungen für die Portfolios Ihrer Anleger:innen bedeuten? Erfahren Sie außerdem mehr über Vanguards Investment Stewardship Ansatz in unserem Vanguard 360 Webinar.

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  • Für langfristige Anleger:innen stellt der Klimawandel ein sehr reelles Risiko dar.
  • Als engagierte Eigentümer vertreten wir die Interessen unserer Fondsanleger:innen
  • Im Rahmen unseres Stewardship-Programms setzen wir uns dafür ein, dass die Unternehmen in unseren Portfolios Risken durch den Klimawandel im Sinne langfristiger Anleger:innen steuern.

 

Wie schätzt Vanguard den Klimawandel ein?

Galloway: Der Klimawandel und seine Folgen für unsere Umwelt und unser gesamtes sozioökonomisches Ökosystem gehören zu den komplexesten Problemen der Gegenwart. In einer Untersuchung auf Grundlage wissenschaftlicher Konsensprognosen sind wir in jedem Szenario zu dem Ergebnis gekommen, dass der Klimawandel die Weltwirtschaft bis 2050 belasten wird. Im günstigsten Fall rechnen wir mit einem Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung von 2 bis 4%, im ungünstigsten Fall gehen wir eher von 10% aus.

Für langfristige Anleger:innen stellt der Klimawandel also ein sehr reelles Risiko dar. Es gibt wohl kaum ein Unternehmen in den Portfolios der Vanguard Fonds, das nicht in irgendeiner Form vom Klimawandel betroffen ist, sei es in Form physischer Risiken für den operativen Betrieb oder den Kundenstamm, sei es als Übergangsrisiko im Hinblick auf absehbare neue Gesetzesinitiativen und Veränderungen im Marktumfeld.

Das Vanguard Investment Stewardship Team vertritt die Interessen der intern verwalteten Vanguard Aktienfonds, von denen die meisten einen Index abbilden. Indexfonds sollen langfristig und möglichst kosteneffizient einen diversifizierten Markt abbilden, und ein diversifiziertes Markt-Exposure ist natürlich auch mit Klimarisiken behaftet. Daher setzt sich unser Investment Stewardship Team dafür ein, den Wert der Beteiligungen unserer Fondsanleger:innen langfristig zu schützen.

Können Sie die Klimastrategie des Vanguard Investment Stewardship Teams erläutern?

Galloway: Wir sind engagierte Eigentümer und vertreten die Interessen unserer Fonds. Im direkten Kontakt mit den Führungs- und Aufsichtsgremien von Unternehmen sowie durch Stimmrechtsvertretung setzen wir uns dafür ein, dass die Unternehmen in unseren Portfolios die Risiken durch den Klimawandel im Sinne langfristiger Anleger:innen steuern.

Und wir glauben an die Wirkung von Engagements. Im Namen unserer Fondsanleger:innen stehen wir kontinuierlich im Dialog mit den Unternehmen in unseren Portfolios und vermitteln unsere Erwartungen im Umgang mit den Risiken des Klimawandels. Ausschlaggebend für eine Engagement-Entscheidung ist die Wesentlichkeit eines Risikos, zudem legen wir für jeden Fonds eigene Governance-Vorgaben fest.

Erstens erwarten wir von den Führungs- und Aufsichtsgremien eine effektive Steuerung von Klimarisiken, was entsprechende Kompetenzen, Perspektive und Unabhängigkeit voraussetzt.

Zweitens erwarten wir Nachweise für solide Strategien und Maßnahmen zur Eindämmung dieser Risiken.

Drittens erwarten wir von Unternehmen und ihren Führungsgremien, dass sie sich auf neue Vorschriften und Veränderungen im Marktumfeld vorbereiten und ihre diesbezüglichen Pläne veröffentlichen. Dies schließt klare, umfassende und vergleichbare Klimaberichte mit konkreten Emissionszielen sowie Fortschrittsberichte ein.

Genau wie bei anderen wesentlichen Risiken für den langfristigen Wert unserer Beteiligungen können wir unser Abstimmungsverhalten entsprechend anpassen, wenn wir keine ausreichenden Fortschritte im Umgang mit Klimarisiken erkennen können, indem wir zum Beispiel ausreichend konkrete Aktionärsanträge unterstützen oder gegen die Wahl von Kandidat:innen für die Aufsichtsgremien stimmen.

Vanguard Stewardship

Warum trennt sich Vanguard nicht einfach von emissionsintensiven Unternehmen? 

Galloway: Das Geld unserer Fondsanleger:innen investieren wir langfristig und unsere Indexfonds sind so lange an einem Unternehmen beteiligt, wie dieses Unternehmen im Index enthalten ist. Ein Verkauf ist keine Option für Fonds, die bestimmte Sektoren oder Unternehmen nicht einfach ausschließen können. Doch auch aus realwirtschaftlicher Sicht sind Desinvestitionen als Instrument für einen positiven Wandel mit erheblichen Einschränkungen und Nachteilen verbunden.

Hier kommt ein effektives Stewardship-Programm zum Tragen. Indem wir Unternehmen während der Energiewende begleiten und uns auf langfristige Ergebnisse konzentrieren, können wir uns für eine Überwachung und Steuerung von Klimarisiken sowie für Fortschrittsberichte und langfristige Wertschöpfung einsetzen.

Wie messen Sie Fortschritte bei der Reduzierung von Klimarisiken?

Galloway: Die Quantifizierung der Klimarisiken auf Unternehmensebene und die Messung von Fortschritten bei der Reduzierung dieser Risiken in ein laufender Prozess. Ein großes Problem an dieser Stelle ist aktuell der Mangel an ausgereiften, standardisierten Kennzahlen; Industrie und Aufsichtsbehörden wollen hier jedoch weiterkommen. Wir setzen große Hoffnungen in diese Bemühungen, zumal wir in den fünf Jahren seit Inkrafttreten des Pariser Abkommens – das ein einheitliches Modell für Klimaberichte enthält – bei allen Unternehmen in unseren Portfolios Fortschritte feststellen konnten1.

Beispielsweise sehen wir klarere und einheitlichere Vorgaben für die Erstellung von Klimaberichten. Mehr als 2.600 Organisationen unterstützen inzwischen die Richtlinien der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD), darunter 83 der 100 größten Unternehmen der Welt2.

Und wir sehen Anzeichen für andere, eher qualitative Veränderungen durch Engagements. In den Führungs- und Aufsichtsgremien wächst das Verständnis für Klimarisiken, entweder weil sich die Mitglieder dieser Gremien das entsprechende Wissen aneignen oder neue Mitglieder mit entsprechenden Kompetenzen die Gremien verstärken. Außerdem setzen sich immer mehr Unternehmen Ziele, die sich auf das Pariser Abkommen beziehen; um zukünftige Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel abschätzen zu können, führen viele auch Szenarioanalysen durch.

Wie trägt Vanguard außerhalb des Stewardship-Programms zum Kampf gegen den Klimawandel bei?

Galloway: Unsere Klimastrategie geht über Engagements und Stimmrechtsvertretung hinaus. Wir führen Gespräche mit Vertreter:innen aus der Politik und arbeiten mit mehreren Klimaorganisationen und Initiativen zusammen, unter anderem mit der Net Zero Asset Managers (NZAM) Initiative und dem Ceres Investor Network on Climate Risk and Sustainability3. Seit vielen Jahren unterstützen wir außerdem die Richtlinien des TCFD für die Erstellung von Klimazielen und -berichten.

Als Fondsmanager bietet Vanguard sowohl passiv verwaltete ESG-Fonds mit Screening an, die unter anderem Unternehmen mit Exposure auf fossile Brennstoffe ausschließen, als auch aktiv gemanagte ESG-Fonds. Diese Fonds investieren in Unternehmen, von denen sich unsere Portfoliomanager:innen unter anderem aufgrund ihres Nachhaltigkeitsprofils langfristig gute Erträge erhoffen. Auch viele andere Manager aktiver Vanguard Fonds nutzen ESG-Informationen in ihrer Wertpapierauswahl, auch wenn die Fonds selbst keine expliziten ESG-Ziele verfolgen.

Wenn Vanguard zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen will, warum unterstützen Sie dann nicht jeden entsprechenden Aktionärsantrag?

Galloway: Aktionärsanträge bewerten wir immer von Fall zu Fall und mit Blick auf deren langfristige Auswirkungen. Wir vertreten die Interessen unserer Fondsanleger:innen und treten in ihrem Namen für den langfristigen Schutz ihrer Beteiligungen ein. Manche sehen in einem bestimmten Abstimmungsantrag vielleicht einen Beitrag zum Klimaschutz; wir achten jedoch darauf, wie relevant der Antrag für die Steuerung wesentlicher Risiken ist, ob er die Prozesse in einem Unternehmen verbessert, wie er sich auf das konkrete Problem auswirkt und ob er im Einklang mit den langfristigen Interessen unserer Fondsanleger:innen steht.

Wir sind uns bewusst, dass dieser differenzierte Ansatz manchmal missverstanden oder am Markt falsch dargestellt wird. Einige Aktivisten und Beobachter:innen wollen unser Abstimmungsverhalten bewerten und gehen dabei von der falschen Annahme aus, dass alle Aktionärsanträge gleichwertig sind. Dabei verkennen sie jedoch nicht nur unsere Aufgabe, unsere Fondsanleger:innen vor Risiken zu schützen, sondern auch die Wirkung unserer aktiven Engagements und unserer durchdachten Stimmrechtsausübung.

Wir nehmen unsere Verantwortung sehr ernst. Die Käufer:innen unserer Indexfonds erwarten nicht von uns, Gewinner und Verlierer richtig vorherzusagen, den Unternehmen in unseren Portfolios ihre Strategie zu diktieren oder Ziele jenseits des langfristigen Shareholder Value zu verfolgen.

John Galloway ist Leiter des Vanguard Investment Stewardship-Programms, das die Beteiligungen der intern verwalteten Vanguard Aktienfonds überwacht und sich bei Portfolio-Unternehmen durch Engagement und Stimmrechtsvertretung für hohe Governance-Standards einsetzt. Galloway kam im Jahr 2017 zu Vanguard, nachdem er zuvor mehrere Jahre leitende Positionen im Weißen Haus und im Office of Management and Budget innehatte, unter anderem als Special Assistant des President und Chief of Staff des National Economic Council.

 

1 Das Pariser Abkommen ist ein internationaler Vertrag zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und wurde im Dezember 2015 unterzeichnet. Nachdem die Ratifizierungsbedingungen erfüllt waren, trat es am 4. November 2016 in Kraft.

2 Quelle: Task Force on Climate-related Financial Disclosures (Pressemitteilung Fourth TCFD Status Report Highlights Greatest Progress to Date on TCFD Adoption; Bericht: Statusbericht 2021).

3 Die NZAM-Initiative will dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen bis spätestens 2050 auf null zu reduzieren und so die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Außerdem unterstützt sie entsprechende Investitionen innerhalb dieses Zeitraums. Der Initiative haben sich zahlreiche internationale Fondsmanager angeschlossen. Das Ceres Investor Network on Climate Risk and Sustainability vertritt mehr als 200 institutionelle Investoren, die sich für nachhaltige Investitionen einsetzen und die Energiewende beschleunigen wollen.

 

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

Wichtige allgemeine Hinweise

Nur für professionelle Anleger (nach den Kriterien der MiFID II-Richtlinie), die auf eigene Rechnung investieren (einschließlich Verwaltungsgesellschaften (Dachfonds) und professionelle Kunden, die im Namen ihrer diskretionären Kunden investieren).  In der Schweiz nur für professionelle Anleger. Nicht für die öffentliche Verbreitung bestimmt.

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