Understanding stewardship: how Vanguard engages with companies on behalf of investors

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  • Investment Stewardship kann einen wesentlichen Beitrag zu nachhaltiger Wertschöpfung im Sinne der Aktionär:innen leisten.
  • Indexfonds sind zwangsläufig Risiken ausgesetzt, die erhebliche finanzielle Auswirkungen auf die Unternehmen in unseren Portfolios haben können, darunter auch ESG-Risiken. Deshalb sprechen wir im Rahmen unseres Investment Stewardship Programms genau diese Risiken an.
  • Durch den Dialog mit Unternehmen und die Ausübung von Stimmrechten können wir erheblichen Einfluss auf ein Unternehmen ausüben.

 

Ein Kommentar von Lisa Harlow, Head of Investment Stewardship, Vanguard Europe.

Zu unseren Aufgaben als Fondsmanager gehört die verantwortungsbewusste Verwaltung des Anlagevermögens, mit dem unsere Kund:innen ihre langfristigen Anlageziele erreichen wollen. Aus diesem Grund kommt dem Vanguard Investment Stewardship Programm große Bedeutung zu.

Vanguard hat bereits vor mehr als 45 Jahren den ersten Indexfonds für Privatanleger:innen aufgelegt; heute vertrauen uns 30 Millionen Anleger:innen weltweit1 ihre Ersparnisse an. Viele unserer Kund:innen sparen über mehrere Jahrzehnte, meist für ihren Ruhestand. Daher steht langfristige Wertschöpfung im Mittelpunkt des Programms.

Ein Indexfondsmanager wie Vanguard hält in der Regel so lange an einer Unternehmensbeteiligung fest, bis das Unternehmen aus dem Index ausscheidet. Daher sind unsere Indexfonds zwangsläufig Risiken ausgesetzt, die erhebliche finanzielle Auswirkungen auf die Unternehmen in unseren Portfolios haben können, darunter auch ökologische, soziale und Governance-Risiken (ESG). Doch Indexfonds können ein Unternehmen, das in ihrem Index enthalten ist, weder verkaufen noch untergewichten. Deshalb sprechen wir im Rahmen unseres Investment Stewardship Programms genau solche Risiken an.

Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass einige Anleger:innen aus moralischen Gründen an bestimmten Unternehmen nicht beteiligt sein wollen. Für diese Anleger:innen haben wir Indexfonds mit negativem Screening aufgelegt, die Unternehmen oder Sektoren auf der Grundlage bestimmter ESG-Kriterien herausfiltern bzw. ausschließen. Wir sind jedoch überzeugt, dass auch eine Unternehmensbeteiligung im Rahmen einer diversifizierten Indexstrategie und ein anschließendes Engagement einen Beitrag zur Steuerung von ESG-Risiken leisten können.

Stewardship und Engagement – was bedeutet das?

Vanguard Stewardship

Vanguard hat vor knapp 20 Jahren ein eigenes Stewardship Team aufgebaut, das die Stimmrechte aller Vanguard Aktienindexfonds vertritt und Engagements durchführt. Im Auftrag unserer Fondsanleger:innen üben wir diese Stimmrechte aus (bekannt als Proxy Voting) und sprechen mit Unternehmen über verschiedene Themen, die wir durch Datenanalyse und Forschung ermitteln.

Im Rahmen unserer Engagements kommt unser globales Investment Stewardship Team jedes Jahr mit mehreren Hundert Unternehmen zu Gesprächen zusammen. Wir sprechen direkt mit den Vertreter:innen der Führungs- und Aufsichtsgremien (in Deutschland Aufsichtsrat und Vorstand) über wesentliche Risiken und setzen uns für hohe Governance-Standards ein, denn wir sind überzeugt, dass ein aktiver Dialog mit Unternehmen mehr zur Risikokontrolle beitragen kann als ein Verkauf.

Am Anfang steht grundsätzlich eine Überprüfung der Unternehmen, in die wir investieren. Anschließend beginnen wir einen Dialog mit den Unternehmen, die den größten Anteil an unseren Portfolios haben, und solchen, die konkreten Risiken für ihr Geschäftsmodell gegenüberstehen. Zu diesen Risiken gehören unter anderem der Klimawandel, soziale Risiken und Belegschaftsbeziehungen, aber auch Vielfalt in den wichtigsten Gremien, Nachfolgeplanung oder der Umgang mit aktuellen Ereignissen. Wir sprechen mit den Vorsitzenden der Führungs- und Aufsichtsgremien, um zu verstehen, wie sie Risiken bewerten und gegenüber Aktionär:innen kommunizieren.

Nach unserer Erfahrung schätzen Unternehmen den Austausch mit langfristigen Investoren. Ein Ölunternehmen zum Beispiel kann durch einen solchen Dialog erfahren, welche Informationen zum Thema Klimawandel für seine Aktionär:innen wichtig sind. Und für uns bietet ein solches Gespräch eine Gelegenheit, auf weiteren Handlungsspielraum hinzuweisen und Fortschritte zu überprüfen.

Wir mischen uns nicht in die Unternehmensstrategie ein, aber wir wollen die Strategie verstehen und sicherstellen, dass das Unternehmen gut geführt wird.  Gute Governance beginnt bei der Unternehmensaufsicht: Wir wollen sicherstellen, dass Aufsichtsgremien kompetent besetzt sind; daher achten wir auf Erfahrung, Vielfalt (sowohl in Bezug auf Kompetenzen als auch auf persönliche Eigenschaften) und die notwendige Unabhängigkeit, um sich mit dem Führungsgremium des Unternehmens angemessen auseinandersetzen zu können.

Messen heißt steuern

Unternehmen müssen wesentliche Risiken effektiv kommunizieren, damit Aktionär:innen diese verstehen und nachvollziehen können, ob ein Unternehmen seine Risiken angemessen steuert.

Für einige Unternehmen in unseren Portfolios stellt der Klimawandel ein erhebliches Risiko dar; in diesem Fall erwarten wir von den Mitgliedern der entsprechenden Gremien die notwendige Kompetenz, um mögliche Auswirkungen der Erderwärmung auf ihr Geschäftsmodell nachvollziehen zu können. Außerdem erwarten wir eine unabhängige Kontrolle sowie angemessene Ziele zur Steuerung von Klimarisiken, die in Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens2 stehen. Nicht zuletzt sollten Unternehmen Klimarisiken im Rahmen aktionärsfreundlicher Berichtsstrukturen wie der Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) kommunizieren.

Einfluss durch Stimmrechte

Wir sind überzeugt, dass wir durch mehrjährige Engagements mit Unternehmen effektiv die Interessen unserer Fondsanleger:innen schützen können. Und wenn ein Unternehmen keine Fortschritte macht oder einen Dialog ablehnt, können wir unsere Stimmrechte einsetzen.

Im Rahmen eines Investment Stewardship Programms können Indexfonds einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung einer ESG-Strategie leisten.

Lisa Harlow, Head of Investment Stewardship, Vanguard Europe.

Die Fonds stimmen nicht nur über die Wahl bzw. Wiederwahl der Mitglieder der Aufsichtsgremien ab, sondern auch über die Anträge der Führungsgremien und Aktionär:innen. Wir prüfen alle Vorschläge im Einzelfall und betrachten jeden Antrag aus unterschiedlichen Blickwinkeln, bevor wir das Abstimmungsverhalten einzelner Fonds festlegen; auch unsere Gespräche mit Unternehmen sowie mit Aktivisten und anderen externen Parteien beeinflussen unsere Entscheidungen.

Die Bedeutung von Indexfonds für ESG-Strategien

Wir sind überzeugt, dass auch Indexfonds im Rahmen eines Investment Stewardship Programms einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung einer ESG-Strategie leisten können, durch den Dialog mit Unternehmen und die Ausübung von Stimmrechten können wir erheblichen Einfluss auf ein Unternehmen ausüben.

Anstatt unsere Aktien zu verkaufen und unsere „Stimme“ zu verlieren, halten wir lieber an unserer Beteiligung fest. So können wir uns für gute Unternehmensführung und verantwortungsvolles Management wesentlicher ESG-Risiken (einschließlich Klimarisiken) einsetzen und nachhaltig Wert für unsere Fondsanleger:innen schöpfen.

 

1 Quelle: Vanguard: Stand: 31. Dezember 2021.

2 Das Pariser Abkommen ist ein 2015 ausgehandeltes und unterzeichnetes rechtsverbindliches internationales Abkommen, das langfristige Ziele zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs festlegt. 192 Staaten und die Europäische Union haben sich dem Abkommen angeschlossen.  

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

Wichtige allgemeine Hinweise

Nur für professionelle Anleger (nach den Kriterien der MiFID II-Richtlinie), die auf eigene Rechnung investieren (einschließlich Verwaltungsgesellschaften (Dachfonds) und professionelle Kunden, die im Namen ihrer diskretionären Kunden investieren).  In der Schweiz nur für professionelle Anleger. Nicht für die öffentliche Verbreitung bestimmt.

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