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  • Der weltweite Anstieg von Inflation und Zinsen hat an den Anleihemärkten deutliche Spuren hinterlassen.
  • Risikoarme Anleihen könnten schon bald einen Wendepunkt erreichen, zumal anhaltend hohe Inflation und steigende Zinsen bereits eingepreist sind.
  • Anleihen spielen weiterhin eine wichtige Rolle in einem ausgewogenen Portfolio: Sie diversifizieren Risiken und reduzieren die Volatilität.  

 

Ein Kommentar von Kunal Mehta, Head of Fixed Income Specialist Team, und Kelly Gemmell, Investment Product Manager, Vanguard Europe

Für die Märkte war 2022 bisher ein schwieriges Jahr: Überall steigt die Inflation, die Zentralbanken reagieren mit Zinsanhebungen. Die Anleihemärkte stellen sich auf eine Phase der Normalisierung der Geldpolitik ein und haben seit Jahresbeginn deutlich nachgegeben. Über der Weltwirtschaft ziehen derweil neue Wolken auf, unter anderem in Form steigender Inflation und wachsender Rezessionsrisiken.

Nach einer langen Gewinnphase im Anschluss an die Finanzkrise mussten Anleiheinvestor:innen in diesem Jahr in allen Marktsegmenten Verluste hinnehmen.

Die Bewertungen deuten jedoch auf einen möglichen Wendepunkt für risikoarme Anleihen hin: Die Fundamentaldaten sind robust, das technische Umfeld ist günstig und aggressive Erwartungen bereits eingepreist. Da inzwischen auch steigende Rezessionsrisiken in die Preise einfließen, könnten sich festverzinsliche Wertpapiere fast schon als „Helden“ herausstellen – insbesondere in einer Schwächephase der Weltwirtschaft.

Globale Staatsanleihen Unternehmensanleihen EM-Anleihen
  Großbritannien Europa USA HY  
Bloomberg Global Aggregate Treasuries (USD Hedged) Bloomberg Global Aggregate GBP Corporate (USD Hedged) Bloomberg Global Aggregate EUR Corporate (USD Hedged) Bloomberg Global Aggregate USD Corporate (USD Hedged) Bloomberg Global High Yield (USD Hedged) JP Morgan Emerging Markets Bond Index EMBI Global Diversified (USD Hedged)
-9.26% -13.53% -11.41% -14.57% -12.96% -19.05%

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Erträge. Die Wertentwicklung eines Index ist keine exakte Darstellung einer bestimmten Anlage, da Anleger:innen nicht direkt in einen Index investieren können.

Quelle: Bloomberg; 31. Dezember 2021 bis 15. Juni 2022. Als Näherungswert für den jeweiligen Markt werden Indizes von Bloomberg verwendet.

Wachstum vs. Inflation: ein schwieriger Balanceakt

Covid-Lockdowns, rasant steigende Öl- und Gaspreise sowie der Ukraine-Krieg haben die Inflation, zum Teil bedingt durch Lieferengpässe, auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten getrieben.

Die Inflationserwartungen sind gestiegen

Quelle: Bloomberg; Stand: 31. Mai 2022. Verbraucherpreisindex der Eurozone, alle Posten gegenüber Vorjahr, nicht saisonbereinigt.

Gleichzeitig hat die Weltwirtschaft an Schwung verloren: Im Juni hat die Weltbank1 ihre Wachstumsprognosen für dieses Jahr deutlich von zuvor 4,1 auf jetzt nur noch 2,9% nach unten korrigiert, als Grund nannte die Bank steigende Energie- und Lebensmittelpreise. Gleichzeitig belastet der Ukraine-Krieg den Handel, während die Zentralbanken ihre Geldpolitik normalisieren.2

Das richtige Gleichgewicht zwischen Wachstum und Inflation stellt die Zentralbanken vor eine große Herausforderung – die sie unbedingt bewältigen müssen, wenn sie eine harte Landung der Wirtschaft verhindern wollen.

Was an den Märkten seit Jahresbeginn wichtig war

Die Anleihemärkte reagieren häufig nicht auf erwartete Veränderungen, sondern nur auf unerwartete Ereignisse. Zu Beginn dieses Jahres waren Anleger:innen bereits davon ausgegangen, dass die Zinsen steigen und die Liquidität zurückgehen würde, denn genau das hatte die US Federal Reserve (Fed) im November 2021 angekündigt. Verantwortlich für die steigenden Anleiherenditen seit Jahresbeginn sind daher vor allem Überraschungen wie die höhere Inflation, steigende Energiepreise und der Krieg in der Ukraine.

Worauf die Märkte achten

Quelle: Vanguard

Die Zentralbanken der wichtigsten Industrieländer mussten schnell reagieren, wie sich zuletzt im Juni gezeigt hat, als vor allem die Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) einen deutlichen Kurswechsel eingeleitet haben.

Was im Juni passiert ist

Bank of England (BoE)

Die Märkte haben sich auf eine restriktivere Geldpolitik in Großbritannien eingestellt, die Anleiherenditen sind gestiegen. Besonders am kurzen Ende der Kurve haben die Zinsen angezogen, wie die nachstehende Grafik deutlich macht. Das Liniendiagramm zeigt die absolute Verzinsung Ende Mai sowie am 16. Juni 2022. Der Markt erwartet jetzt eine Zinsanhebung um 50 Basispunkte auf der nächsten Ausschusssitzung im August.

Renditeentwicklung britischer Staatsanleihen

Quelle: Bloomberg; Stand: 16. Juni 2022

US Federal Reserve (Fed)

Ursprünglich wollte die amerikanische Zentralbank die Federal Funds Rate im Juni nur um 50 Basispunkte anheben, entschied sich wegen der unerwartet hohen Inflation und Inflationsprognosen jedoch letztlich für eine Anhebung um 75 Basispunkte (auf 1,50 bis 1,75%).

Das als Dot Plot bekannte Diagramm, das die Zinsprognosen der einzelnen Ausschussmitglieder anzeigt, lässt inzwischen erwarten, dass die Zinsen bis Jahresende auf 3,4% steigen werden. Nach Aussage von Fed Chairman Jerome Powell strebt das Federal Open Market Committee (FOMC) Zinsen auf „moderat restriktivem Niveau“ bis Ende dieses Jahres an. Im Dezember 2019 zeigte das Dot Plot eine Jahresendrate von 0,9% an, jetzt erwarten die Märkte, dass die Zinsen bis Dezember auf 3,6% steigen werden.

Renditeentwicklung amerikanischer Treasuries

Quelle: Bloomberg; Stand: 16. Juni 2022

Europäische Zentralbank (EZB)

Auf der letzten Ausschusssitzung im Juni hat die EZB das Ende der Nettoanleihekäufe beschlossen und eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Juli sowie eine weitere um 50 Basispunkte im September angekündigt, sollte die Inflation mittelfristig nicht nachlassen.

In Italien und Spanien haben die Anleihezinsen im Juni den höchsten Stand seit acht Jahren erreicht. Steigende Finanzierungskosten nähren Angst vor einer Wiederholung der Schuldenkrise der Jahre 2012 und 2014.

Renditeentwicklung deutscher Bundesanleihen

Quelle: Bloomberg; Stand: 16. Juni 2022

Robuste Unternehmensanleihen

Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds haben sich die Fundamentaldaten der Unternehmen in diesem Jahr als stabil erwiesen. Die Risikoaufschläge sind seit Jahresbeginn und auch im Juni gestiegen. Bei globalen Investment Grade-Anleihen fiel der Anstieg mit 10 Basispunkten jedoch moderat aus und lag unter den Erwartungen, was darauf hindeutet, dass risikoarme Anleihen den Marktturbulenzen im Juni 2022 relativ gut widerstehen konnten.

Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen

Quelle: Bloomberg-Indizes: Global Aggregate Credit Average OAS Index, Global Aggregate Supranational Index, US Aggregate Corporate Average OAS Index, Euro Aggregate Corporate Average OAS Index, Sterling Aggregate Corporate Average OAS Index, US Aggregate ABS Average OAS Index, US Aggregate CMBS Average OAS Index, Global High Yield Average OAS Index. J.P. Morgan EMBI Global Diversified IG Sovereign Spread Index, J.P. Morgan EMBI Global Diversified HY Sovereign Spread Index. Stand: 22. Juni 2022

Ob wir vor einer Rezession stehen

Die Wirtschaft kühlt ab, weltweit werden die Wachstumsprognosen nach unten korrigiert. Ursachen für den Abschwung gibt es viele, dennoch erwarten wir weder in den USA noch in Europa noch in China in diesem Jahr eine Rezession. Doch unabhängig davon, was Anleger:innen erwarten – die Märkte schätzen das Risiko einer Rezession inzwischen höher ein. Wir empfehlen daher ein ausgewogenes Portfolio, mit dem Anleger:innen unerwartete Schocks besser abfedern können.

Wie die nachstehende Grafik zeigt, sind die Rezessionserwartungen der Märkte seit Jahresbeginn gestiegen.

Steigende Rezessionsrisiken

Quelle: Bloomberg; Stand: 22. Juni 2022 - United States Recession Probability Forecast.

Was all dies für Anleger:innen bedeutet

Anleger:innen können Marktabschwünge nicht vorhersagen. Aber sie können sich vorbereiten!

Ein Blick in den Rückspiegel zeigt, dass sich Anleihen seit Jahresbeginn nicht gut entwickelt haben. Doch die Anleiherenditen – Kupons und laufende Erträge – sind seitdem gestiegen. Außerdem haben die Märkte anhaltend hohe Inflation und steigende Zinsen mittlerweile wohl eingepreist, und auch wenn die Renditen seit Jahresbeginn dürftig waren, sind die Bewertungen zukünftiger Kuponzahlungen heute höher als im Januar.

Die Aufgabe von Anleihen und der Bedarf an Diversifizierung haben sich nicht geändert, eine nach Emittenten, (abgesicherten) Währungen, Sektoren, Ländern und Laufzeiten diversifizierte Anleiheposition kann ein Portfolio weiterhin stabilisieren.

Vanguard Research3 zeigt, dass Anleihen mit längerer Duration häufig besser vor Verlusten schützen können.

Insbesondere in dem heutigen unsicheren Marktumfeld gehen wir daher aus, dass Anleger:innen mit einem diversifizierten, risikoarmen Portfolio gut aufgestellt sind. In Zeiten hoher Marktvolatilität haben sich Anleihen in Portfolios oft als strahlende Sieger herausgestellt. Wir sind überzeugt, dass festverzinsliche Wertpapiere langfristig auch weiterhin attraktive Renditen bieten.

 

1 https://www.worldbank.org/en/publication/global-economic-prospects

2 Quelle: Vanguard; Stand: 13. Juni 2022 https://www.de.vanguard/professionell/insights-wissen/analysen-kommentare/marktanalysen/vanguard-tempers-expectations-for-global-economies

3 Quelle: Vanguard Research über Anleihen mit längerer Duration als bessere Absicherung bei fallenden Aktienmärkten.

Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

Die frühere Wertentwicklung gibt keinen verlässlichen Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Fonds, die in festverzinsliche Wertpapiere investieren, bergen das Risiko eines Zahlungsausfalls bei Rückzahlungen und einer Beeinträchtigung des Kapitalwerts Ihrer Investition. Außerdem kann das Ertragsniveau schwanken. Änderungen der Zinssätze haben wahrscheinlich Auswirkungen auf den Kapitalwert von festverzinslichen Wertpapieren. Unternehmensanleihen können höhere Erträge abwerfen, bergen aber auch ein höheres Kreditrisiko. Dadurch steigt das Risiko eines Zahlungsausfalls bei Rückzahlungen und einer Beeinträchtigung des Kapitalwerts Ihrer Investition. Das Ertragsniveau kann schwanken und Änderungen der Zinssätze haben wahrscheinlich Auswirkungen auf den Kapitalwert von Anleihen.

Wichtige allgemeine Hinweise

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