In alternden Gesellschaften sind Personen, die erben, oft selbst bereits weit im mittleren Alter. Unabhängig davon liegt es in Ihrer Verantwortung, der Familie Ihres Kunden oder Ihrer Kundin zu helfen, dass sie für alle Eventualitäten gut gerüstet ist. Sie können dafür sorgen, dass es für den Notfall einen Plan und eine Nachfolgestruktur gibt, an die sich die Familie halten kann.
Einwände und Meinungsverschiedenheiten sind ein natürlicher Bestandteil der Nachfolgeplanung und Vermögensübertragung. Möglicherweise haben Kundinnen und Kunden Sorge, ihre Kinder könnten noch nicht reif genug für ein größeres Vermögen sein, und wollen die Übertragung des Vermögens daher an ein bestimmtes Alter koppeln; vielleicht ist ihnen nicht wohl bei dem Gedanken, dass ihre Nachkommen zu viele Informationen über ihr Vermögen und ihren Nachlass erhalten; vielleicht wollen sie ihr Erbe nicht gleich aufteilen oder einige Nachkommen ganz enterben; möglicherweise sind sie sich unsicher, wie sie mit den Partnern der Erbinnen und Erben umgehen sollen; diese Liste ließe sich fortsetzen.
Beraterinnen und Berater müssen eine Übertragungsstruktur schaffen, die den Wünschen Ihrer Kundin oder Ihres Kunden gerecht wird. Ohne Flexibilität wird es nicht gehen – wenn die Umstände es verlangen, müssen sie sich möglicherweise mit einzelnen Familiengruppen in unterschiedlichen Zusammensetzungen treffen oder bestimmten Nachkommen oder Gruppen eigene Berater zuweisen. Insbesondere vermögende Privatpersonen (HNWI) könnten zudem Wert darauflegen, den Informationsfluss zu begrenzen, vor allem, wenn es um Vermögenswerte geht.
Familienbeziehungen verändern sich, Sie können sich also nicht darauf verlassen, dass die Prioritäten Ihrer Kundin oder Ihres Kunden während des gesamten Beratungsprozesses gleich bleiben werden. Im Zuge eines Vermögenstransfers kann viel passieren: Vielleicht kommt ein neues Enkelkind auf die Welt, ein Begünstigter gründet ein riskantes neues Unternehmen, eine andere Begünstigte lässt sich scheiden, ein Nachkomme engagiert sich plötzlich intensiv in einer wohltätigen Organisation; auch diese Liste ließe sich noch erweitern. Als Berater müssen Sie darauf vorbereitet sein, Ihre Herangehensweise an Veränderungen im familiären Umfeld anzupassen und Ihre Planungsstrategien regelmäßig zu überprüfen.