• Die Abwertung der US-Währung schürt Inflationsängste und setzt US-Staatsanleihen unter Druck, doch im historischen Vergleich ist der Dollar immer noch stark. Wir erleben keine Krise, sondern eine Anpassung.

  • Strukturelle Faktoren, darunter Verschiebungen in der globalen Wirtschaftsordnung, die volatile US-Politik und das US-Leistungsbilanzdefizit haben eine allmähliche Abkehr vom Dollar eingeläutet.

  • Wir sehen Relative-Value-Potenzial für Staatsanleihen aus anderen Ländern, Laufzeitprämien und einzelne Credit-Sektoren.
     

Der US-Dollar hat in den letzten Monaten abgewertet, in den Medien wird bereits das Gespenst des „Debasement Trade“ heraufbeschworen. Die Folge: Die Angst vor steigender Inflation in den USA wächst, US-Staatsanleihen kommen unter Druck.

Wir erwarten eine allmähliche Abwertung des Greenback, sehen jedoch keine Dollar-Krise. Allerdings könnte in Zukunft weniger Verlass auf die antizyklischen Eigenschaften sein, die die US-Währung in der Vergangenheit ausgezeichnet haben.

Dennoch ist der Dollar im langfristigen Vergleich weiterhin stark und bleibt strukturell dominant. Der ICE U.S. Dollar Index (der den Dollar in Relation zu einem Korb anderer Währungen setzt) ist sehr „Euro-zentristisch“, was in Zeiten eines volatilen Euro zu einer Überbewertung der Dollarbewegungen führen kann.

Weniger konzentrierte handelsgewichtete Indikatoren zeichnen ein ausgewogeneres Bild. Tatsächlich hat der Dollar im vergangenen Jahr etwas an Wert verloren, doch in den letzten fünf Jahren hat er aufgewertet – und liegt immer noch deutlich über seinem langfristigen Durchschnitt. Wir gehen weiterhin von einer geringfügigen Überbewertung aus und sehen eher eine Korrektur von einem hohen Niveau als einen nachhaltigen Rückgang.

Daher rechnen wir mit einer weiteren Abwertung, allerdings nicht aufgrund eines strukturellen, durch einen Vertrauensverlust ausgelösten Zusammenbruchs, sondern aufgrund der aktuellen Bewertung und der globalen wirtschaftlichen Neuordnung.

Der handelsgewichtete Index zeigt die tatsächliche Dollar-Entwicklung an

Zwei Zeitreihen zeigen die prozentuale Veränderung des US‑Dollars von 1994 bis 2025: DXY (durchgezogene Linie) und ein inflationsbereinigter, handelsgewichteter Index (Punkte) sowie eine ansteigende lineare Trendlinie für den handelsgewichteten Index. Beide Reihen sind volatil; DXY erreicht Anfang der 2000er Jahre einen Höchststand und fällt anschließend auf ein deutliches Tief um 2008–2011, bevor er sich erholt. Der handelsgewichtete Index zeigt über die Zeit einen Aufwärtstrend, erreicht Anfang der 2020er Jahre seine höchsten Werte und liegt bis 2025 über DXY.

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Erträge. Die Wertentwicklung eines Index ist keine exakte Darstellung einer bestimmten Anlage, da Anlegerinnen und Anleger nicht direkt in einen Index investieren können.

Quelle: Ycharts; Stand der Daten: 30. Januar 2026. 

Ursachen der Abwertung

Europa will sich sowohl politisch als auch wirtschaftlich unabhängiger von den USA und deren volatiler Politik machen. Für Regierungen und Investoren erhöht das den Anreiz, ihr Dollar-Exposure zu diversifizieren und in andere Währungen zu investieren. Eine der offensichtlichsten Schwachstellen des Dollars ist das beachtliche US-Leistungsbilanzdefizit. Die Stärke des US-Dollars lässt sich nur durch erhebliche Kapitalzuflüsse erhalten; auch weil diese Kapitalzuflüsse zuletzt nachgelassen haben, hat der Dollar abgewertet.

Zudem haben ausländische Investoren ihr Dollar-Exposure häufig nur in geringem Umfang abgesichert, denn in Stressphasen wertet die US-Währung in der Regel auf und trägt so zur Portfoliodiversifizierung bei. Als der Dollar jedoch im Zuge der Zollankündigungen im April des vergangenen Jahres im Gleichschritt mit US-Wertpapieren an Wert verlor, wuchsen die Zweifel an der Verlässlichkeit der Währung, und tatsächlich gibt es Anzeichen, dass die Absicherungsquoten steigen.

Neue Anlagemöglichkeiten bei festverzinslichen Wertpapieren

Auch wegen steigender Defizite streben Anlegerinnen und Anleger höhere Diversifizierung an, was sich inzwischen an den Anleihebewertungen zeigt. Zwar kann ein schwächerer Dollar kurzfristig das Wachstum ankurbeln, im Gegenzug steigt jedoch das Risiko, dass die USA Inflation importieren. Damit könnte der Spielraum der US-Notenbank (Fed) für Zinssenkungen kleiner werden und die Volatilität am US-Staatsanleihemarkt steigen.

Aktive Manager, die flexibel nach Relative-Value-Potenzial suchen können, sind gut für dieses Marktumfeld aufgestellt. Besonders attraktiv sind die Staatsanleihemärkte anderer Länder, deren Währungen aufwerten und Zentralbanken wie die Europäische Zentralbank, die Bank of Japan und die Bank of England zu einer expansiveren Geldpolitik veranlassen könnten.

Folgen für Anleiheportfolios

Auch wenn sich im Moment alle Augen auf die Aktienmärkte richten, gehen wir davon aus, dass die Dynamik an den globalen Anleihemärkten zunimmt.

• Globale Anleihen als Diversifizierungsinstrument:

Das Active Fixed Income Team von Vanguard hat das Exposure auf Staats- und Unternehmensanleihemärkte außerhalb der USA erhöht, um von der Veränderung im globalen Zinsumfeld zu profitieren. Dabei setzen wir auf Relative-Value-Differenzen zwischen US-Treasuries und Staatsanleihen anderer Industrieländer, zum Beispiel deutscher Bundesanleihen.

• Rückkehr der Laufzeitprämie:

Die Dollar-Abwertung und die steigenden Schulden in den Industrieländern machen steigende Laufzeitprämien für aktive und langfristige Anlegerinnen und Anleger interessant, da sie bei einer steileren Zinskurve sowohl Roll-down-Renditen abschöpfen als auch höheres Einkommen im mittleren Laufzeitenbereich erzielen können.

• Günstigere Bedingungen für Unternehmen

Auch die Unternehmensanleihemärkte dürften profitieren. Ein schwächerer US-Dollar kann zu besseren Finanzkonditionen führen, wenn die Kurse an den US-Aktienmärkten steigen (US-Unternehmen erwirtschaften rund 50% ihrer Gewinne im Ausland) und die US-Wirtschaft stärker wächst. Für die Fed würde es dann schwieriger werden, die Zinsen schnell zu senken. Konjunktursensible Märkte, etwa Investment-Grade- und High-Yield-Unternehmensanleihen, könnten profitieren und werfen in der Regel Mehrrenditen gegenüber Staatsanleihen ab.

Kurzfristig mögen die Schlagzeilen, die die amerikanische Währung macht, Verunsicherung auslösen. Doch wir sind überzeugt, dass eine langfristige Perspektive und eine aktive Zinskurvenpositionierung, Sektorallokation und Wertpapierauswahl weiterhin effektive Instrumente zur Abschöpfung von Renditen sind.
 

""

Die aktiven Fixed Income Fonds von Vanguard

Kosteneffiziente Strategien für einen langfristigen Anlagehorizont. Niedrige Gebühren zeichnen uns aus. Erfahren Sie mehr.

""
""
""

Vanguard 365 im Überblick

Unser Versprechen an Finanzberater und professionelle Investoren, gemeinsam Mehrwert für Ihre Anleger zu schaffen.

""
""

Events und Webinare

Live oder On-Demand – spannende Events für Sie, von Marktthemen bis zu Portfolio- und Verhaltenscoaching.


Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken

Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.

Wichtige allgemeine Hinweise

Nur für professionelle Anleger (nach den Kriterien der MiFID II-Richtlinie), die auf eigene Rechnung investieren (einschließlich Verwaltungsgesellschaften (Dachfonds) und professionelle Kunden, die im Namen ihrer diskretionären Kunden investieren). In der Schweiz nur für professionelle Anleger. Nicht für die öffentliche Verbreitung bestimmt.

Die hier enthaltenen Informationen sind nicht als Angebot oder Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren in irgendeiner Gerichtsbarkeit zu verstehen, in der ein solches Angebot oder eine solche Aufforderung rechtswidrig ist, oder gegenüber Personen, gegenüber denen ein solches Angebot oder eine solche Aufforderung gesetzlich nicht gemacht werden darf, oder wenn derjenige, der das Angebot oder die Aufforderung macht, dafür nicht qualifiziert ist. Die Informationen stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Sie dürfen sich deshalb bei Anlageentscheidungen nicht auf den Inhalt verlassen.

Die hier enthaltenen Informationen dienen lediglich zu Bildungszwecken und stellen keine Empfehlung und kein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Anlagen dar.

Im EWR herausgegeben von der Vanguard Group (Ireland) Limited, die in Irland von der irischen Zentralbank reguliert wird.

In der Schweiz herausgegeben von Vanguard Investments Switzerland GmbH.

Herausgegeben von Vanguard Asset Management, Limited, die in Großbritannien von der Financial Conduct Authority zugelassen ist und von ihr reguliert wird.

© 2026 Vanguard Group (Irland) Limited. Alle Rechte vorbehalten.

© 2026 Vanguard Investments Switzerland GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

© 2026 Vanguard Asset Management, Limited. Alle Rechte vorbehalten.