Kosten: Was Anleger noch optimieren könnten – der Vanguard Portfolio Check
Wer Gebühren spart, lässt mehr Geld für sich arbeiten. Wir haben analysiert, wo Anleger in ihren Portfolios laufende Kosten sparen könnten.

Wer Gebühren spart, lässt mehr Geld für sich arbeiten. Wir haben analysiert, wo Anleger in ihren Portfolios laufende Kosten sparen könnten.
Teure Fonds verlieren bei Anlegern, die selbst über ihre Geldanlage entscheiden, an Bedeutung
Kostengünstige ETFs machen einen entscheidenden Teil der Portfolios aus
Deutlicher Gebührenunterschied zwischen klassischen Investmentfonds und ETFs
Anleger mit mehr Anlagevermögen konstruieren günstigere Portfolios
Weiteres Einsparpotenzial vorhanden
Wenn du auf niedrige Gebühren achtest, könntest du bei der Geldanlage langfristig und im Vergleich mit einem teureren Investment vielleicht mehr für dich herausholen. Der Grund: Jeder Euro, den du für Gebühren ausgeben musst, kann am Markt nicht mehr für dich arbeiten. Deshalb haben wir uns gemeinsam mit Prof. Dr. Oscar Stolper der Philipps-Universität Marburg und Dr. Dominik Scheld der Goethe-Universität Frankfurt angesehen, wo Anleger in ihren Portfolios noch laufende Kosten sparen könnten.
Anleger, die ihre Investment-Strategien selbst in die Hand nehmen, bauen den Großteil ihrer Portfolios aus ETFs (Grafik 1). Doch auch klassische Investmentfonds (im Folgenden „Fonds“) spielen eine Rolle: Rund 12 % der Portfoliovermögen entfallen im Schnitt darauf. Je kleiner die Portfolios, desto größer fällt der Anteil an Fonds im Vergleich zu ETFs aus. Bei Anlegern mit einer Portfoliogröße von bis zu 5.000 € machten Fonds Mitte 2023 im Durchschnitt 29 % des Portfolios aus. Bis Mitte 2025 sank dieser Anteil auf 23 %. Über alle Portfoliogrößen hinweg sinkt die Bedeutung von Fonds während des Betrachtungszeitraums.
Anteile verschiedener Investments in den Anlegerportfolios
Grafik 1
Die Abbildung stellt keinen Indikator für zukünftige Ergebnisse dar und ist nicht als Prognose zu verstehen.
Hinweis: Gezeigt wird die vermögensgewichtete Aufteilung.
Quelle: Stolper, Scheld. Eigene Berechnungen. Stand: 30. Juni 2025
Auf ihr gesamtes Portfolio gesehen dürfte sich diese Veränderung in einer geringeren Gebührenbelastung für Anleger niederschlagen, denn die klassischen Investmentfonds in den Anlegerportfolios weisen gemessen an der Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio) gewöhnlich höhere laufende Gebühren auf als die ETFs. Wobei hier zu beachten ist, dass diese Untersuchung die Strategien von Portfolio-Tracker-Kunden betrachtet. Sie agieren in der Regel als Selbstentscheider und teilen ihre Strategien möglicherweise kostenbewusster auf als der durchschnittliche Anleger.
Mögliche Erklärungen für das sinkende Gewicht klassischer Fonds: Mit wachsender Erfahrung wählten Anleger eher kostengünstige Investments, wodurch der Anteil teurerer Fonds über die Zeit abnahm. Oder aber die günstigeren Investments zeigten über den Zeitraum von Mitte 2023 bis Mitte 2025 eine bessere Wertentwicklung verglichen mit kostenintensiveren Fonds, was das Ergebnis in eine ähnliche Richtung bewegen würde.
Je nach Art der Anlageklasse fällt der Gebührenunterschied in dem von uns betrachteten Datensatz zwischen typischen Investmentfonds und ETFs teilweise drastisch aus (Grafik 2). Während Aktien-ETFs im Schnitt rund 0,3 % jährliche Kosten verursachen, werden bei den offenen Fonds 1,6 % pro Jahr fällig. Damit liegen die laufenden Kosten klassischer Fonds im Schnitt rund 1,3 Prozentpunkte höher. Gemessen haben wir die Kosten anhand der Gesamtkostenquote TER (Total Expense Ratio), die laufende jährliche Gebühren als Anteil des investierten Geldes ausdrückt. Die durchschnittlichen Kosten beziehen sich auf den Durchschnitt aller ETFs bzw. Fonds im Datensatz. Wie viel Geld Anleger in die jeweiligen Produkte anlegten, hat bei unserer Betrachtung keinen Einfluss auf die Durchschnittswerte. Größeres Einsparpotenzial gibt es auch bei Multi-Asset-Produkten, die Aktien und Anleihen mischen.
ETFs vs. klassische Investmentfonds: durchschnittliche jährliche laufende Kosten je Produktkategorie im Vergleich
Grafik 2
Die Abbildung stellt keinen Indikator für zukünftige Ergebnisse dar und ist nicht als Prognose zu verstehen.
Hinweise: Gesamtkostenquoten gemessen an der TER (Total Expense Ratio), die lediglich laufende Kosten, aber keine einmaligen Gebühren wie Ausgabeaufschläge oder Rücknahmegebühren mit einbezieht. Die Zahlen zeigen die durchschnittlichen Kosten je Produktkategorie. Bei Anleihen und Geldmarkt-ETFs ist die Anzahl der von den Anlegern gehaltenen offenen Fonds zu gering, um einen aussagekräftigen Vergleich aufzustellen.
Quelle: Stolper, Scheld. Eigene Berechnungen. Stand: 30. Juni 2025
Zwei illustrative Rechenbeispiele: Allein der hier aufgeführte Kostenunterschied zwischen Aktien-ETFs und -fonds könnten bei einer Anlage von 10.000 € über 30 Jahre und einer angenommenen durchschnittlichen Wertentwicklung von +6 % pro Jahr vor Kosten einem Renditeunterschied von mehr als 21.000 € entsprechen (Grafik 3). Bei einem Sparplan von 100 € monatlich ohne Einmalanlage würde die Differenz durch Kosten rund 19.000 € betragen.2 In beiden Beispielen haben wir den Zinseszinseffekt durch wiederangelegte Erträge mitberücksichtigt.
Kosten und ihre langfristigen Auswirkungen: Hypothetische Wertentwicklung einer Anlage von 10.000 Euro bei einer jährlichen Rendite von 6 % vor Kosten, die reinvestiert wird
Angenommene Kostenquoten pro Jahr: 1,6 %, 0,3 % und 0 %.
Grafik 3
Hypothetische Berechnung ausschließlich zu Illustrationszwecken. Die Darstellung stellt keinen Hinweis auf zukünftige Ergebnisse dar und ist nicht als Prognose zu verstehen. Renditen schwanken in der Realität.
Quelle: Vanguard-Berechnungen. Stand: 14. April 2026
Dadurch, dass Anleger mit größeren Portfolios einen kleineren Teil ihres Portfoliovermögens in klassische Fonds anlegen, dürfte sich verglichen mit kleinen Portfolios ein Kostenvorteil zeigen. Werden teurere klassische Fonds durch kosteneffizientere ETFs oder Indexfonds ersetzt, könnten sich die laufenden Gebühren in den Strategien reduzieren lassen. Besser noch: Anleger setzen sich schon vor dem Produktkauf mit dem Thema Kosten auseinander. Dadurch lassen sich zusätzliche Transaktionsgebühren und ungünstige steuerliche Auswirkungen bei der nachträglichen Umschichtung vermeiden. Außerdem vermeiden Anleger, die von vornherein auf kostengünstige ETFs setzten, zusätzlich mögliche Einmalkosten wie die Ausgabeaufschläge bei traditionellen Fonds.
Daneben können auch Transaktionsgebühren und Geld-Brief-Spannen – auch Bid-Ask Spreads genannt – den Investment-Erfolg beeinflussen. Spreads stellen den Unterschied zwischen dem angebotenen Verkaufs- und Kaufkurs eines Investments dar. Kosten durch Spreads fallen jedes Mal an, wenn gehandelt wird, und wirken sich wie einmalige Kosten aus. Wenn Anleger von vornherein auf kostengünstige und langfristige Anlagen setzen, können sie dadurch die laufenden Kosten für sich senken. Doch auch Kosten durch zusätzliches Handeln wie Transaktionsgebühren, Ausgabeaufschläge, Spreads lassen sich dadurch vermeiden, denn Anleger könnten den nachträglichen Wechsel von teuren in günstigere Investments von Anfang an überflüssig machen.
1 Stand: 30.06.2025
2 Quelle: Vanguard. Stand: 14. April 2026.
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