Globale Aktien beendeten das Jahr mit zweistelligen Renditen.1 2025 war damit das sechste Jahr in Folge seit 2019, in dem der globale Aktienmarkt die 10-Prozent-Marke knackte. Unterbrochen wurde diese Erfolgssträhne nur durch den Rücksetzer 2022, als Zentralbanken weltweit der Inflation mit drastischen Leitzinserhöhungen begegneten.
Die starken Renditen des vergangenen Jahres lassen fast vergessen, dass US-Aktien nach der Ankündigung von Zöllen durch die Trump-Regierung im April zunächst Verluste wettmachen mussten. Das gelang ihnen nicht nur in Windeseile, in der zweiten Jahreshälfte brachen sie alle Rekorde. Und auch jetzt spricht Vieles dafür, dass sich der Erfolgskurs 2026 fortsetzen könnte. Wir erwarten eine Ausweitung des US-Wirtschaftswachstums auf 2.25%2, da die Investitionsbereitschaft in KI anhält und die US-Haushaltspolitik Unternehmen und Verbraucher stärkt.
Dieser Prognose stehen die recht hohen – scheinbar ausgereizten – Bewertungen von US-Aktien entgegen. Doch ein weiterer Anstieg wäre nicht ohne historisches Vorbild. Nachdem das CAPE3 sein 100-Jahres-Hoch bereits im Sommer 1997 übertroffen hatte, legte es in den folgenden 30 Monaten noch um weitere 36% zu. Dann platzte die Dotcom-Blase.
Auch wenn ein weiterer Anstieg bei Growth-Titeln durchaus möglich erscheint, sind wir davon überzeugt, dass vor allem die Value-Segmente des US-Aktienmarkts und andere Industrieländer attraktive Chancen bieten. Und diese Haltung nehmen wir unabhängig davon ein, ob KI-bedingte Produktivitätssteigerungen zu einem Boom führen oder ob die hohen Erwartungen an die KI nicht erfüllt werden können.
Aus unserer Sicht ist es am wahrscheinlichsten, dass die KI unser (Arbeits-)Leben revolutioniert und unsere Produktivität erheblich steigt. Damit es so weit kommt, müssten aber auch die KI-Anwender und die Wirtschaft sektorübergreifend in den Genuss ihrer Vorteile kommen und Produktivitäts- und Profitabilitätszuwächse erzielen.
Unsere Analyse zeigt darüber hinaus, dass ein positiver Barwert aktueller und prognostizierter KI-Investitionen längst nicht in trockenen Tüchern ist. Allein in den USA liegen die Investitionszusagen für KI-bezogene Infrastruktur bis 2027 deutlich über 2 Billionen US-Dollar. Dass der Barwert bei einem erheblichen Anteil auch negativ ausfallen könnte, ist in unseren Augen durchaus wahrscheinlich. Denn für Unternehmen mit geringerer Preismacht könnte nach den hohen Einstiegs- und Instandhaltungskosten von der Gewinnmarge wenig übrig bleiben. Ihnen wird es schwerfallen, die derzeitigen Markterwartungen steigender Erträge zu erfüllen.
KI leistet nur dann einen positiven Beitrag zum Barwert, wenn deutliche Wettbewerbsvorteile auf billiges Geld treffen

Hinweise: Diese Grafik soll den Barwert von KI-Investitionen veranschaulichen. Dabei werden für den Zeitraum 2025–2027 Investitionen von insgesamt 3.1 Billionen US-Dollar zugrunde gelegt, die von KI-Unternehmen und KI-nahen Unternehmen getätigt werden. In dieser Schätzung enthalten sind auch Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Investitionsaufwendungen. Zu den KI-Unternehmen und KI-nahen Unternehmen zählen unter anderem: Amazon, Meta, Alphabet (Google) und Tesla. Außerdem sind Unternehmen aus den Bereichen Halbleiter und Halbleiter-Equipment, Software, Technologie-Hardware oder Energieversorgung dabei. Bei der Berechnung des EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) wird im KI-positiven Szenario davon ausgegangen, dass der Umsatz analog zum realen BIP steigt; anders sieht es im Verlustszenario aus (Davis, 2025). Außerdem werden folgende Annahmen getroffen: lineare Abschreibung aktueller und erwarteter Investitionsausgaben (CapEx) über sieben Jahre; EBITDA-Marge von 37% (entspricht dem 75. Perzentil des S&P 500). Außerdem gehen wir davon aus, dass 40% der Wertschöpfung den Aktionären zugutekommen. Das in den nächsten 25 Jahren erwartete EBIT wird mit einem Basis-Diskontsatz von 15% abgezinst. Das Attribut „deutliche Wettbewerbsvorteile“ bezieht sich auf einen Wertschöpfungsanteil von 70%. Bei „kaum Wettbewerbsvorteile“ gehen wir von einem Anteil von 20% aus. Mit „geringem Risiko“ ist ein Diskontsatz von 10% gemeint. Bei „hohes Risiko“ wird ein Diskontsatz von 25% angesetzt.
Quellen: Berechnungen von Vanguard auf Grundlage von Daten von Bloomberg; Stand: 25. Oktober 2025.
Die oben genannten Einschätzungen bilden die Grundlage für unseren konstruktiven Ausblick für Unternehmen, die unabhängig von KI-Themen wachsen, und insbesondere für Value-Aktien aus den USA sowie für Industrieländer jenseits der USA. Für beide Sub-Assetklassen prognostizieren wir auf 10-Jahres-Sicht annualisierte Renditen von rund 7%. Diese Segmente bieten moderatere Bewertungen, attraktive Dividendenrenditen und die Aussicht auf Effizienzsteigerungen.
Falls jedoch die KI-getriebenen Produktivitätssteigerungen hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnten US-Value-Titel und entwickelte Aktienmärkte jenseits der USA die besser Wahl sein. In diesem Szenario kämen die derzeit hohen Bewertungen von US-Growth-Titeln und Aktien aus manchen Schwellenländern unter Druck.
10-Jahres-Prognosen: Rendite und Volatilität

AJegliche Prognosen sollten als hypothetischer Natur betrachtet werden und spiegeln keine zukünftigen Ergebnisse wider bzw. garantieren diese nicht.
Hinweise: Diese Prognosen beruhen auf der Verteilung von 10.000 VCMM-Simulationen der nominalen, annualisierten 10-Jahres-Renditen in EUR der hier abgebildeten Assetklassen. In den Renditen einzelner Assetklassen sind weder die Verwaltungsgebühren und -kosten noch die Auswirkungen von Steuern enthalten. In den Renditen sind reinvestierte Erträge und Kapitalgewinne enthalten. Indizes werden nicht verwaltet, Anlegerinnen und Anleger können nicht direkt in einen Index investieren. Die einzelnen Assetklassen werden durch folgende Benchmarks dargestellt: Aktien aus den USA – MSCI USA Total Return Index; Value-Aktien aus den USA – marktkapitalisierungsgewichtetes Aktienportfolio mit Titeln, deren Kurs-Buchwert-Verhältnis im unteren Drittel des Russell 1000 Index liegt; Aktien aus Industrieländern ohne USA – MSCI World ex USA Total Return Index; Aktien aus der Eurozone – MSCI European Economic and Monetary Union (EMU) Total Return Index; Aktien aus Schwellenländern – MSCI Emerging Markets Total Return Index.
Quellen: Berechnungen von Vanguard; Stand: 31. Oktober 2025.
WICHTIGE HINWEISE: Die Prognosen sowie andere Informationen, die von dem VCMM generiert werden und die Wahrscheinlichkeit verschiedener Anlageergebnisse zum Gegenstand haben, sind naturgemäß hypothetisch, stellen keine tatsächlichen Anlageergebnisse dar und garantieren keine zukünftigen Erträge. Die Verteilung der Renditen des VCMM wird aus 10.000 Simulationen für jede modellierte Assetklasse abgeleitet. Simulationen per 31. Oktober 2025. Die Ergebnisse des Modells können mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit variieren.
1 Quelle: Refinitiv; Stand: 31. Dezember 2025. Der MSCI All Country World Index fuhr 2025 eine Gesamtrendite von 22.9% in USD ein. In EUR belief sich die Rendite auf 8.3%.
2 Quelle: Vanguard Wirtschafts- und Marktausblick; Stand: 10. Dezember 2025.
3 Das zyklisch bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis (CAPE) ist eine Bewertungskennziffer, bei der der aktuelle Marktkurs den durchschnittlichen inflationsbereinigten Gewinnen der letzten 10 Jahre gegenübergestellt wird. Anlegerinnen und Anleger können daran ablesen, ob Aktien historisch über- oder unterbewertet sind.
Live oder On-Demand – spannende Events für Sie, von Marktthemen bis zu Portfolio- und Verhaltenscoaching.
WICHTIGER HINWEIS: Die Prognosen sowie andere Informationen, die von dem Vanguard Capital Markets Model generiert werden und die Wahrscheinlichkeit verschiedener Anlageergebnisse zum Gegenstand haben, sind naturgemäß hypothetisch, stellen keine tatsächlichen Anlageergebnisse dar und garantieren keine zukünftigen Erträge. Die Verteilung der Renditeergebnisse des VCMM wird aus 10.000 Simulationen für jede modellierte Assetklasse abgeleitet. Die Ergebnisse des Modells können mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit variieren. Die Prognosen des VCMM basieren auf statistischen Analysen und historischen Daten. Zukünftige Renditen können von den im VCMM erfassten historischen Mustern abweichen. Noch wichtiger ist jedoch, dass das VCMM extrem negative Szenarios unterschätzen kann, die in den historischen Zeiträumen, auf denen die Modellschätzungen beruhen, nicht vorkamen.
Das Vanguard Capital Markets Model® ist ein proprietäres Finanzsimulationstool, das von der Investment Strategy Group von Vanguard entwickelt und gepflegt wird. Das Modell prognostiziert die Verteilung zukünftiger Renditen für zahlreiche Assetklassen. Zu diesen Assetklassen gehören die US-amerikanischen und internationalen Aktienmärkte, US-Treasuries und Unternehmensanleihen mit verschiedenen Laufzeiten, internationale Anleihemärkte, US-Geldmärkte, Rohstoffe sowie bestimmte alternative Anlagestrategien. Die theoretische und empirische Grundlage des Vanguard Capital Markets Model ist die Beziehung zwischen Rendite und Risiko: Die Renditen zahlreicher Assetklassen sind der von Anlegern im Gegenzug für bestimmte Arten von systematischem Risiko (Beta) verlangte Ausgleich. Den Kern des Modells bilden Schätzungen der dynamischen statistischen Beziehung zwischen Risikofaktoren und Vermögensrenditen, die durch statistische Analysen auf der Grundlage verfügbarer monatlicher Finanz- und Wirtschaftsdaten gewonnen werden. Mithilfe eines Systems von Gleichungsschätzungen führt das Modell eine Monte Carlo-Simulation durch, um die geschätzten Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren und Assetklassen sowie Ungewissheit und Zufälle langfristig zu prognostizieren. Das Modell generiert eine große Anzahl simulierter Ergebnisse für jede Assetklasse über verschiedene Zeiträume. Die Prognosen werden durch Berechnung der Zentraltendenzen in diesen Simulationen gewonnen. Die Ergebnisse des Modells variieren mit jeder Nutzung sowie im Laufe der Zeit.
Der Wert des VCMM liegt primär in seiner Anwendung für die Analyse potenzieller Kundenportfolios. VCMM-Prognosen für einzelne Assetklassen – bestehend aus Verteilungen der erwarteten Renditen, Volatilitäten und Korrelationen – sind der Schlüssel zur Bewertung potenzieller Verlustrisiken, verschiedener Risiko-Rendite-Zielkonflikte sowie der Diversifizierungsvorteile unterschiedlicher Anlageklassen. Zwar werden mit jeder Renditeverteilung auch Zentraltendenzen generiert, allerdings lassen sich die Ergebnisse des VCMM am effektivsten nutzen, indem man das gesamte Spektrum möglicher Ergebnisse für die untersuchten Assetklassen betrachtet.
Das VCMM generiert ein breites Spektrum möglicher Ergebnisse und soll so die Unsicherheit von Prognosen darstellen. Es ist wichtig zu verstehen, dass das VCMM den Renditeverteilungen keine „Normalität“ aufzwingt, sondern vielmehr von den sogenannten „Fat Tails“ (Extremrisiken) und der Schiefe in der empirischen Verteilung der modellierten Assetklassenrenditen beeinflusst wird. Innerhalb eines breiten Ergebnisspektrums können Anlegerinnen und Anleger sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielen, was die Vielfältigkeit der möglichen zukünftigen Pfade unterstreicht. Tatsächlich ist dies einer der wichtigsten Gründe, warum wir Renditeprognosen als Verteilung darstellen.
Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken
Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihrer Investitionen erleiden.
Die frühere Wertentwicklung gibt keinen verlässlichen Hinweis auf zukünftige Ergebnisse. In den Performanceangaben sind die Provisionen und Kosten im Zusammenhang mit der Ausgabe und Rücknahme von Anteilen nicht berücksichtigt.
Jegliche Prognosen sollten als hypothetischer Natur betrachtet werden und spiegeln keine zukünftigen Ergebnisse wider bzw. garantieren diese nicht.
Wichtige allgemeine Hinweise
Nur für professionelle Anleger (nach den Kriterien der MiFID II-Richtlinie), die auf eigene Rechnung investieren (einschließlich Verwaltungsgesellschaften (Dachfonds) und professionelle Kunden, die im Namen ihrer diskretionären Kunden investieren). In der Schweiz nur für professionelle Anleger. Nicht für die öffentliche Verbreitung bestimmt.
Die hier enthaltenen Informationen sind nicht als Angebot zum Kauf oder Verkauf oder als Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren in einer Rechtsordnung zu betrachten, in der ein solches Angebot oder eine solche Aufforderung gegen das Gesetz verstößt, oder an Personen, denen gegenüber es rechtswidrig ist, ein solches Angebot oder eine solche Aufforderung zu machen, oder wenn die Person, die das Angebot oder die Aufforderung abgibt, nicht qualifiziert ist, dies zu tun.
Die hier enthaltenen Informationen dienen lediglich zu Bildungszwecken und stellen keine Empfehlung und kein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Anlagen dar.
Im EWR herausgegeben von der Vanguard Group (Ireland) Limited, die in Irland von der irischen Zentralbank reguliert wird.
© 2026 Vanguard Group (Irland) Limited. Alle Rechte vorbehalten.