Klar und verständlich: Private Credit
Höhere Zinsen und restriktivere Banken geben den privaten Märkten Auftrieb. Kann Private Credit herkömmliche Anleihen ersetzen?

Höhere Zinsen und restriktivere Banken geben den privaten Märkten Auftrieb. Kann Private Credit herkömmliche Anleihen ersetzen?
Private Credit ist in aller Munde. Weil die Zinsen gestiegen sind und Banken ihre Kreditvergabe in bestimmten Bereichen reduziert haben, sind zahlreiche Kreditnehmer an die privaten Kapitalmärkte ausgewichen. Für Anlegerinnen und Anleger stellt sich eine simple Frage: Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff „Private Credit“?
Der Begriff „Private Credit“ bezeichnet Darlehen, die von Kreditgebern außerhalb des Bankensektors vergeben werden. Die Kreditbedingungen werden dabei anders als an öffentlichen Anleihemärkten direkt („privat“) zwischen den Parteien ausgehandelt. Private-Credit-Darlehen werden nicht an der Börse gehandelt und häufig an mittelständische Unternehmen vergeben, die für eine traditionelle Bankfinanzierung zu klein, zu komplex oder zu spezialisiert sind.
Das Risiko/Rendite-Profil der Assetklasse liegt zwischen öffentlich gehandelten Anleihen auf der einen und Private Equity auf der anderen Seite. Für das Risiko, das sie eingehen, erhalten Private-Credit-Investoren in erster Linie Einkommen und keine Eigentumsanteile, außerdem müssen sie im Gegenzug für bessere strukturelle Schutzmechanismen und (potenziell) höhere Renditen im Vergleich zu öffentlichen Anleihen niedrigere Liquidität und im Vergleich zu Anleihefonds und -ETFs höhere Kosten in Kauf nehmen.
Private-Credit-Strategien werden in der Regel über kollektive Anlageinstrumente umgesetzt, die Kapital von Anlegerinnen und Anlegern aufnehmen und in ein Kreditportfolio investieren. Die Portfoliomanager vergeben die Kredite direkt und halten sie in der Regel bis zur Fälligkeit, außerdem handeln sie die Bedingungen mit den Kreditnehmern aus.
Zu den wichtigsten Merkmalen der Assetklasse gehören:
Private-Credit-Anlagen sind nicht für regen Handel strukturiert. Das Kapital ist in der Regel über Jahre hinweg gebunden, Bewertungen werden periodisch und nicht täglich ausgewiesen und Investoren können ihre Fondsanteile nur in begrenztem Umfang verkaufen.
Diese Illiquidität ist Absicht. Wer sein Kapital über einen längeren Zeitraum binden kann, kann im Idealfall eine Illiquiditätsprämie abschöpfen, also eine zusätzliche Rendite, die für den Verzicht auf schnellen Zugriff auf das Kapital entschädigen soll. Für qualifizierte Anlegerinnen und Anleger bedeutet dieser Kompromiss, dass sie im Rahmen eines diversifizierten Portfolios gegebenenfalls eine zusätzliche Ertragsquelle erschließen können. Für andere ist die Assetklasse aufgrund ihrer Illiquidität dagegen womöglich eher ungeeignet.
Investment-Grade-Ratings machen nur einen bescheidenen Anteil des Private-Credit-Universums aus, die meisten Kreditnehmer haben entweder ein niedrigeres oder gar kein Rating.
Nachstehend erläutern wir die wichtigsten Unterschiede zwischen Private-Credit-Darlehen und High-Yield-Anleihen, welche ebenfalls in der Finanzierung von Schuldnern mit Sub-Investment-Grade-Rating zum Einsatz kommen.
Das Ergebnis dieser Unterschiede ist ein Risikoprofil, das von dem öffentlich gehandelter Anleihen abweicht.
Private Credit ist nicht für jede Anlegerin und jeden Anleger geeignet und zudem kein Ersatz für herkömmliche Anleihen. Um die potenziell höheren Renditen von Private-Credit-Darlehen (sowie anderen nicht öffentlich gehandelten Wertpapieren) abzuschöpfen und deren Diversifizierungspotenzial zu nutzen, sollten Anlegerinnen und Anleger neben der entsprechenden Risikotoleranz und einem langfristigen Anlagehorizont auch über ausreichend Liquidität und Zugang zu erstklassigen Managern verfügen.
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Wichtige Hinweise zu Anlagerisiken
Der Wert der Investitionen und die daraus resultierenden Erträge können steigen oder fallen, und Investoren können Verluste auf ihre Investitionen erleiden.
Wichtige allgemeine Hinweise
Nur für professionelle Anleger (nach den Kriterien der MiFID II-Richtlinie), die auf eigene Rechnung investieren (einschließlich Verwaltungsgesellschaften (Dachfonds) und professionelle Kunden, die im Namen ihrer diskretionären Kunden investieren). In der Schweiz nur für professionelle Anleger. Nicht für die öffentliche Verbreitung bestimmt.
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